Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Wesen  und  Bedeutung.

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worden  ist.  Nimmt  man  dazu  noch,  daß  außerbetriebliche  Gewinne  entstehen
können,  oder  daß  ein  bestimmtes  Verhalten  bei  der  Gewinnermittlung  den  Gewinn ­
  nach  der  einen  oder  anderen  Richtung  beeinflussen  kann,  dann  wird  klar,
daß  praktisch  der  Gewinn  nur  mit  großer  Vorsicht  auch  als  Maßstab  der  Wirtschaftlichkeit ­
  des  Betriebes  angesehen  werden  kann.  Zugleich  wird  verständlich,
daß  das  Bestreben  in  Wissenschaft  und  Praxis  dahin  geht,  die  Frage  zu  klären,
inwieweit  der  Gewinn  der  Unternehmung  trotzdem  als  Maßstab  der  Betriebs-Wirtschaftlichkeit
  brauchbar  gemacht  werden  kann  (Verfeinerung  der  Gewinnhereehnung),
  sowie  zu  versuchen,  weitere  Maßstäbe  für  die  Beurteilung  der  Betriebs-Wirtschaftlichkeit ­
  zu  finden  (wovon  unten  besonders  die  Rede  ist).
Wir  halten  also  fest:  es  ist  zu  unterscheiden  zwischen  der  Wirtschaftlichkeit  des
Betriebes  (Betriebs-Wirtschaftlichkeit)  und  der  Wirtschaftlichkeit  der  Unternehmung ­
  (Rentabilität).  Die  erstere  ist  ein  Sachbereich  für  sich  (und  geschichtlich
vor  der  Rentabilität  der  Unternehmung  gewesen).  Die  letztere  ergibt  sich  aus  der
Kapitalrechnung  der  Wirtschaft,  die  nun  auch  die  Betriebs-Wirtschaftlichkeit  in
ihren  Bann  zieht.  Doch  geht  es  nicht  an,  den  einen  oder  anderen  Sachbereich  als
vorgeschaltet  oder  wertvoller  zu  bezeichnen.  In  Wirklichkeit  muß  sowohl  die
Betriebs-Wirtschaftlichkeit  auf  die  Rentabilität  Rücksicht  nehmen,  wie  umgekehrt
die  letztere  wieder  von  der  Betriebs-Wirtschaftlichkeit  aufs  stärkste  beeinflußt
wird.  Daß  es  hierzu  noch  erforderlich  ist,  die  Gebiete  der  gesamtwirtschaftlichen
(politischen)  Wirtschaftlichkeit  zu  beachten,  kann  im  einzelnen  Fall  die  Schwierigkeit ­
  erhöhen,  die  richtigen  Maßnahmen  zu  erkennen  oder  zu  ergreifen.
Vorsorglich  sei  an  dieser  Stelle  noch  einmal  auf  das  Verhältnis  von  Rentabilität  und
Gemeinnutz  eingegangen  (vgl.  die  eingehende  Darstellung  im  1.  Buch  S.  174  und  im  2.  Buch
S.  107.)  Die  Rentabilität  bringt  zum  Ausdruck,  daß  das  Kapital  in  einer  Unternehmung
(mit  Hilfe  des  Betriebes)  wirtschaftlich  arbeitet.  Da  die  Rentabilität  das  Ergebnis  eines
Vergleiches  zwischen  dem  in  der  Unternehmung  verwendeten  Kapital  und  dem  während
eines  bestimmten  Zeitabschnittes  erzielten  Gewinn  ist,  der  Gewinn  wieder  das  Ergebnis
von  Aufwendungen  und  Erträgen  darstellt,  in  diesen  Aufwendungen  und  Erträgen  die  Vergütungen ­
  an  die  Lieferer  der  Stoffe  und  Kräfte  und  die  von  den  Abnehmern  geforderten  Preise
sowie  die  an  die  Mitarbeiter  gezahlten  Entgelte  stecken,  so  entspricht  die  Rentabilität  der
Forderung  des  Gemeinnutzes,  wenn  die  Angemessenheit  der  einzelnen  Posten  der  Gewinn-  und
Verlustrechnung  gewährleistet  ist.  Somit  sagt  die  Geldziffer  des  Gewinnes  (oder  des  Verlustes)
noch  nichts  über  das  Verhältnis  von  Rentabilität  und  Gemeinnutz  aus.  Zur  Angemessenheit
der  Rentabilität  gehört  ferner  —  als  Ausgleich  zu  den  Risiken  —  die  Bildung  entsprechender
Reserven.  Unter  Berücksichtigung  aller  dieser  Umstände  kann  es  auch  hohe  Rentabilitätsergebnisse
  geben  —  im  übrigen  sorgt  dann  die  Steuerpolitik  dafür,  daß  auch  hier  die  Bäume
nicht  in  den  Himmel  wachsen.
Wir  bemerken  im  Betriebe  einen  Bezirk,  in  dem  die  Wirtschaftlichkeit  eine  besondere ­
  Rolle  spielt:  bei  der  Technik.  Wir  können  unsere  Töpfe  mehr  aus  diesem
oder  jenem  Stoff,  mit  dieser  oder  jener  Feuchtigkeitsmenge,  dieser  oder  jener  Umdrehung ­
  usw.  herstellen  und  finden,  daß  das  eine  oder  andere  wirkungsvoller  ist;
die  technische  Wirtschaftlichkeit.  Der  Techniker  pflegt  hierfür  Wirkungsgrad  zu
sagen.  Die  technische  Wirtschaftlichkeit  oder  der  Wirkungsgrad  ist  ein  Teil  der
gesamten  Betriebs-Wirtschaftlichkeit.  Die  erstere  kann  einen  großen  oder  geringen ­
  Raum  in  der  Betriebs-Wirtschaftlichkeit  einnehmen,  je  nach  der  Rolle,  die
die  Technik  in  dem  Wirtschaftshetrieb  spielt.  (Im  Bergbau  groß,  im  Handelsbetrieb ­
  klein.)
Heute  kommen  von  dieser  Stelle  störende  und  damit  bedauerliche  Mißverständnisse. ­
  Immer  mehr  gehen  die  Techniker  dazu  über,  die  so  treffende  Bezeichnung
Wirkungsgrad  in  Wirtschaftlichkeit  umzutaufen  und  einfach  von  Wirtschaftlichkeit ­
  zu  sprechen,  wenn  sie  den  technischen  Wirkungsgrad  meinen 1 .  Ja,  der  Tech-1
  Ein  Beispiel  für  viele  (aus  jüngster  Zeit):  In  einer  Anzeige,  die  in  allen  großen  Zeitungen
erschienen  ist,  heißt  es  (Autos  betreffend):
Wollen  Sie  wirtschaftlich  fahren  ?  (Fortsetzung  nächste  Seite.)

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