Contents: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Gold, die tatsächlich in der Schatzkammer der. Re- 
gierung lagerte; das Papier wurde nur der größeren 
Bequemlichkeit halber benutzt. Eine Staatsnote aber, 
die typische Form eines vom Staat ausgegebenen 
Papiergeldes, stützte ihren Wert nicht auf wirklich 
vorhandenes Gold, sondern nur auf das stillschweigend 
gegebene Versprechen der Regierung, sie in Hartgeld 
einzulösen, wenn sie beim Schatzamt eingeliefert 
wurde. Als die Staatsnoten der Union, Greenbacks 
genannt, 1862 zum erstenmal ausgegeben wurden, war 
keine Rede davon, sie als einlöslich zu behandeln. 
Ihr Wert sank daher während des Bürgerkrieges be- 
trächtlich, stieg aber nach Beendigung des Krieges, 
sobald Schritte unternommen wurden, eine für ihre 
Einlösung genügende Menge Gold anzusammeln. Am 
1. Januar 1879 wurde die Einlösungspflicht in Kraft 
gesetzt, und von diesem Zeitpunkt an waren diese 
bedruckten Stücke Papier zum erstenmal seit ihrer 
Ausgabe so gut wie Gold. 
Sie waren einlösbar in „gesetzlichen Zahlungs- 
mitteln‘, worunter Gold oder Silber zu verstehen war. 
Damals konnte niemand voraussehen, daß das Silber 
in den nächsten 10 Jahren stetig im Werte fallen 
würde, daß eine immer größere Menge Silber nötig 
sein würde, um einer gewissen Menge Gold gleich- 
wertig zu sein. In dem umfassenden Begriff „gesetz- 
liches Zahlungsmittel‘ lag damals noch keine Drohung. 
Daher wurde die viel gefürchtete Klippe der Einlösung 
leicht umschifft, ohne daß die Silberfrage — die ja 
erst später akut wurde — irgendwelche Hindernisse 
bereitet hätte. Bei einer Ausgabe von insgesamt 
350 Millionen Greenbacks sammelte die Regierung 
eine Goldreserve von 150 Millionen an, von der schon 
die Hälfte genügt hätte, um allen Verbindlichkeiten 
nachzukommen. 
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