Object: Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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Bei einer gewissen Grösse des Betriebes bezw. bei einer ge 
wissen Höhe der Förderung finden wir nun aus betriebstechni 
schen Gründen mehrere Schächte, durch die sich gleichzeitig die 
ökonomischen Vorteile der Arbeitsteilung erreichen lassen. 
Hauptzwecke, denen Schächte dienen können, sind Förde 
rung, Wasserhaltung, Fahrung, Bewetterung, auch das Hinablassen 
von Versatzmassen. Es leuchtet ein, dass sich theoretisch — 
die jeweils nötige intensive Massenförderung vorausgesetzt — die 
grössten Vorteile ergeben, wenn für jeden Hauptzweck ein beson 
derer Schacht, also Arbeitsteilung, vorhanden ist. Einmal fällt 
dann eine gefährliche Interessenkollision fort, bei der die Förde 
rung nicht immer zum Vorteile des Gesamtbetriebes oder der 
beschäftigten Arbeiter den Sieg davon tragen kann. Sodann aber 
ermöglicht die Arbeitsteilung nach Schächten eine dem bestimm 
ten Zwecke möglichst entsprechende Anpassung in Anlage und 
Betrieb; sie vermeidet ferner Aenderungen und Pausen des Be 
triebes, steht doch bei gleichen Schächten z. B. während der Mann 
schaftsfahrt der Förderbetrieb stille. Kurz die Arbeitsteilung bie 
tet die Vorteile der kontinuierlichen Intensität der mechanischen 
Bewegung. Doch diesem setzen die Kosten die Grenze. Wollte 
man glauben, diesem dadurch gerecht werden zu können, dass 
man in möglichst wenigen Schächten möglichst viel vereinigt, so 
ist dagegen auf die hierbei entstehende Unsicherheit und Kom 
pliziertheit des Betriebes hinzuweisen. Seit 1887 muss übrigens, 
wie sonst, so auch im O. B. B. Dortmund, jeder Betrieb zwei 
fahrbare Ausgänge haben. 
Man ist in Wirklichkeit zu einem gemischten Systeme ge 
langt: möglichste Arbeitsteilung nach Schächten, — soweit es 
die Kosten erlauben. So finden wir um 1900 im Ruhrgebiete von 
422 betriebenen Schächten 279 Förderschächte, 139 Wetterschächte 
und 4 lediglich Fahrschächte. Die Wasserhaltung befindet sich 
im jeweils tiefsten, also wohl meistens dem Förderschachte. Was 
Bewetterung anlangt, so hat man im Norden des Ruhrgebietes 
noch keine getrennten Ein- und Ausziehschächte. Es wird jedoch 
daraufhingewiesen, dass, wenn hier erst die Schlagwetterflötze 
erreicht sind, sogar die Zechen dazu übergehen müssen, die die 
schaftlich en Betriebes, in die die »Zechen« eingegliedert sind, werden im fol 
genden Kapitel besprochen.
	        
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