Metadata: Mexico

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Wirtschaftsgeschichtliche Skizze. 
Europa geborenen Spanier hatten separatistische Ideen in Neu- 
spanien groß werden lassen, und nach verschiedenen vergeb- 
lichen, blutig unterdrückten Versuchen gelang 1821 die Los- 
trennung von Spanien. Mexico wurde nach dem kurzen Kaiser- 
tum Augustins I. Republik (1823); die Indianer, Mischlinge, 
Neger und Kreolen waren nun nach dem Gesetz gleichberech- 
tigte Staatsbürger, der Handel mit aller Welt möglich, Ansied- 
lung und wirtschaftliche Tätigkeit von Ausländern auf mexi- 
canischem Boden erlaubt. Damit war eine ganz neue Grundlage 
für die Entwicklung der mexicanischen Wirtschaft gegeben; 
wenn aber trotzdem anfänglich kein rasches wirtschaftliches 
Aufblühen sich einstellte, so sind die fortgesetzten kriegerischen 
Unruhen und politischen Wirren dafür verantwortlich, die seit 
dem revolutionären Versuch des Pfarrers Hidalgo (1810) mit 
kurzen Unterbrechungen bis zum Ende des Kaiserreichs des 
unglücklichen Maximilian (1867) und dann nach Benito 
Juarez’ Tode (1872) bis zum Jahre 1876 immer wieder das 
Land heimsuchten. Trotz dieser ewigen Unruhen und des durch 
sie begünstigten Brigantenunwesens erstarkten wirtschaftliches 
Leben, Handel und Verkehr allmählich doch, teils infolge der 
wachsenden Einwohnerzahl und der dadurch wesentlich ge- 
steigerten Produktionskraft, teils unter dem Ansporn der viel- 
fältigeren Handelsbeziehungen, teils unter dem Einfluß des 
Kapitals und der Energie von Ausländern, die, von den natür- 
lichen Reichtümern des Landes angelockt, trotz der Ungunst 
ler Verhältnisse in verschiedenen wirtschaftlichen Zweigen 
neues Leben wachriefen. 
Ein energisches Aufblühen des gesamten Wirtschaftslebens 
setzte aber erst mit dem Regierungsantritt des genialen P o r- 
firio Diaz ein, der seit 1877 (mit der kurzen Unterbrechung 
von 1881—1884) bis 1911 im Amt geblieben ist. Mit fester Hand 
hatte er Ruhe und Ordnung herzustellen und aufrecht zu erhalten 
gewußt; er hatte eine wohldisziplinierte Armee und Gendarmerie 
geschaffen, die letzten noch widerspenstigen Indianerstämme 
(Apachen, Yaquis und Mayas) niedergezwungen, hatte die 
Straßen von Banditen gesäubert, die Verbesserung des gesamten 
Verkehrswesens tatkräftig unterstützt, eroßartige öffentliche
	        
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