fullscreen: Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungarns

1 
^ ;v .. • A' --.uv'":.. v v , •„. • ■ 
^ ■ I 
Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungams. 3 
iichste Sicherung der Ausfuhrmöglichkeiten für Agrarprodukte und 
Einschränkung ihres Importes; Aufrechterhaltung des industriellen 
Zollschutzes, der insbesondere durch größere Spezialisierung des 
Tarifes für eine Reihe von Waren auch erhöht wurde. Welche 
Wirkungen hat. die Durchführung dieses Programmes auf unsere 
Produktion geübt? 
Die Getreideanbaufläche Österreichs konnte nicht wesent 
lich vergrößert werden, da größere, dazu geeignete unangebaute 
Bodenflächen nicht vorhanden sind; sie betrug im Durchschnitte 
der Jahre 1890 bis 1899 nahezu 64 Millionen Hektar; in den 
Jahren 1900 bis 1909 gleichfalls 64, im Jahre 1910 6 - 5 Millionen 
Hektar. Die Anbaufläche Ungarns ist von 9‘8 Millionen Hektar, 
die sie in den Jahren 1890 bis 1899 umfaßte, nur auf 10 3 Mil 
lionen Hektar im Jahre 1910 gewachsen. Es kommt also haupt 
sächlich darauf an, ob und in welchem Maße die Intensität des 
Anbaues zugenommen hat. Leider fehlt es hierüber an Erhebungen, 
so daß wir über die Entwicklung unseres wichtigsten Produktions 
zweiges durchaus nicht genügend unterrichtet sind. Es wäre ins 
besondere notwendig, Daten über den Verbrauch künstlichen 
Düngers, die Verwendung von Maschinen, die Vergrößerung der 
Investitionen, die Durchführung von Meliorationen und die Ände 
rung der Anbausysteme zu beschaffen. Wir sind auf die Emte- 
ziffern angewiesen, aus denen, wegen ihrer Abhängigkeit von 
den Witterungsverhältnissen, die Intensität des Getreidebaues nur 
im Durchschnitt längerer Zeiträume entnommen werden kann. 
Die Getreidernte Österreich-Ungarns — Weizen, Roggen, Gerste, 
Hafer und Mais — betrug: 
Österreich Ungarn 1 ) Zusammen 
Millionen Meterzentner 
1870—1879 
55 
52 
107 
1880—1889 
63 
84 
147 
1890—1899 
66 
100 
166 
1900—1910 
77 
118 
195 
Der Preis des Weizens in Wien war durchschnittlich in den 
Siebzigerjahren 26 Kronen, in den Achtziger- und Neunzigerjahren 
unter 20 Kronen per Meterzentner. Trotz dieser niedrigen Ge- 
*) Ohne Kroatien und Slawonien, über dessen Ernten vor 1885 keine Daten 
vorhanden sind. Im Jahre 1911 betrug die Fechsung Kroatiens und Slawoniens 
rund 12 Millionen Meterzentner.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.