Object: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Die Lage der Bauern Hatte [id zwar dur die Aufhebung der 
Beibeigen]haft nicht unwejentlid gegen den früheren abhängigen Zu: 
itand gebejjert, aber die erwarteten gün/tigen Folgen der Reform, 
der erhoffte allgemeine wirt|Hhaftlide Auffjdwung in der Bauernidhaft 
jtellte ih aud) nicht entfernt im erwarteten Umfange ein. Neben der 
fulturellen und geiftigen Rüdjtändigieit der rujjijdhen Bauern, der die 
ibm gefghenkte Freiheit nicht auszunukHen verftand, Irugen daran wohl 
die Dielen Mängel des Gejekes, das den Bauern die Freiheit [Henkte, 
die Hauptihuld. Und als einer der verhängnisvolljten diejer Fehler, 
der jegliden wirtjdHhaftliden Fortjhritt hHemmte, erwies fi) die Bei- 
behaltung der Mirverfalfunng. 
Es ift eine alte Erfahrung, dak der Pächter, der das gepachtete 
Land jederzeit wieder verlieren kann, diefem viel weniger Liebe und 
Sorgfalt widmet, als der Eigentümer dem ihm zu erblidem Eigentume 
gehörenden Hofe. Denn während lekterer von dem Bewukßtjein durch- 
drungen ift, daß alle Berbefferungen, die er feinem Lande zukommen 
[äbt, im oder feinen Kindern zugute fommen werden, hat der ächter 
nur das einzige Beitreben, fo viel wie möglid aus dem gepadcteten 
Lande Herauszuziehen, ohne an die Erhaltung der Ertragsfähigfeit 
zu denken. Denn Landwirtfhaftlide Bodenverbejjerungen maden [id 
immer erft im Verlaufe vieler Jahre bezahlt. In der Lage eines 
Pächters, dem fein Land jederzeit wieder genommen werden Iann, 
war aber audy in der Megel jedes Mitglied einer Feldgemein|daft, 
denn durh Mehrheitsbejhluk konnte eine Umteilung herbeigeführt und 
jein Land ihm entzogen und einem anderen Gemeindemitglied 3ZUge- 
teilt werden. Wenn aud) die Umteilungen nad) der Aufhebung der 
Leibeigen[Haft bedeutend feltener vorkfamen, als vorher und als im 
allgemeinen angenommen wird, fo [Hwebte diefe Möglichteit doc immer 
wie ein Damoflesfhwert über dem Haupte eines jedes |trebjamen und 
tüchtigen Bauern und drohte ihn um die Früchte feiner, auf die Ver- 
beiferung fJeines Anteillandes verwandten Arbeit zu bringen. 
Einen weiteren, jehr wefjentliden Nachteil der Mirverfajjung bil» 
dete die weitgehende Gemengelage und der damit zujammenhängende 
jtrenge Flurzwang. Bei jegliden Umteilungen des Gemeindelandes 
ging das Befjtreben dahin, allen anteilsberecdhtigten Mitgliedern ber 
Gemeinde nit nur glei viel Land, fondern aud) foldjes von mög- 
[ichjt gleider Befdhaffenheit zu geben. Die Folge war Häufig die, 
daß jedes Feld von gleidmäkiger Bodenbejhaffenheit und Kultur 
in fo viele Teile geteilt wurde, wieviel Anteilsberechtigte die Gemeinde 
zählte, und daß der einzelne Bauer feinen Anteil in unzähligen win- 
zigen, weit auseinanderliegenden Zwergparzellen erhielt. Daher das 
Bild, das man in Rukland fo häufig beobadten Konnte — die in 
idmale lange Streifen geteilten Felder. Die Nachteile diejfer Boden- 
Die mirtidHaftlidhe Zukunft des Oltens >
	        
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