Full text : Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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verteilung liegen auf der Hand. NMidht nur, daH die AWrbeitsjtätten des
Bauern weit verfireut liegen und er Häufig die AYrbeit eines Tages
an Dielen, weit von einander entfernten Stellen verrichten mußte —
ein nicht unbeträchtlider Teil des AYders entfiel aud auf die Grenz:
itreifen und ging daher ungenußt verloren.
Der unter folden Befigverhältnifjen natürlidH mit der größten
Strenge durdgeführte Flurzwang hob jeglide Initiative des einzelnen
auf Jandwirt[dHaftlidem Gebiete auf und zwang ihn, feinen Boden
nad) den WirtjdHaftsmethoden zu bearbeiten, die von der Gemeinde
befdloffen wurden. Dak unter folden AWrbeitsbedingungen der Übergang
 3u einer intenfjiveren WirtjdHaftsform, zum Anbau neuer Kulturpflanzen
 mit den größten Schwierigkeiten verbunden, ja in der Regel
unmöglid) war, dürfte Mar auf der Hand liegen. Das Dreifelders
jyltem mit ausgedehnter Brade war bei Ausbrud des Weltkrieges
eben|o, wie zur Zeit der Aufhebung der LeibeigenjHaft überall die
vorherr{dhende Wirtihaftsform; ein Drittel der Feldfläche lag allo
brad.
Lähmend auf die wirt[Haftlide Tätigkeit des Bauern wirkte auch
die mit der Mirverfajjung verbundene Solidarhaftung aller Gemeindemitglieder,
 Wukte doc) niemand, wieviel er auker den ihn treffenden,
[don au fidH großen Zahlungen nod) für andere werde zahlen mülfen.
Die [Hwere Steuerlaft führte nur zu Häufig zu Pfändungen und zum
Verkaufe des lebenden und toten Inventars, und von vielen Kennern
der rufjjijden Agrarverhältnijje wird die AWbneigung des rufjildhen
Bauern gegen die Viehzucht auf jeine Scheu, pfändbares Vieh zu
Halten, zurüdgeführt. Ein Rüdgang der Viehzucht in vielen Gegenden
 war zweifellos zu merken und dürfte [hon mit dielen Verhälts
nilfen in Zujammenhang 3u bringen fein.
Eines der widtigjten Probleme der rujjijdhen AWgrarfrage bildete
die vielbejprodene Landnot des rufjijden Bauern, die ihren Urjprung
ebenfalls in den bei der. Bauernbefreiung gemachten Fehlern findet.
Es flingt für den Wejteuropäer ganz eigenartig und unwahrfHeinlich,
dak in dem riefigen, im Verhältnis zu allen übrigen agrarijhen Kultur-(ändern
 jo außerordentlid dünn befiedelten Rukland tatjächlid eine
Landnot herren Konnte. Und do muß die immer in der ruflildhen
Agrarliteratur wiederfehrende Klage über die Landnot der Bauern
als zum Teil beredtigt angejehen werden, wenn au nicht für alle
Gebiete des Europäijden Rußland. Verhältnismäkig am günitigiten
waren in Diejer Beziehung die früheren Staatsbauern geltellt, die
bei ihrer Befreiung (im DurdhjHnitt über das ganze Europäilde Ruß-[anb)
 6,7 Dekjatinen Land auf je einen Bauernhof zugeteilt erhielten.
Das ijt eine Norm, die im allgemeinen aud) bei der extenjiven Wirt-|dHaftsweije
 der ruflilden Bauern als genügend, wenn audH durchaus
            
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