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der Mann, sondern auch Frau und Kinder sich der Sparsamkeit
befleißigten, wenn von ihnen, wie es in frühern Zeiten iiblich war,
Webestuhl, Spinnrocken, Stick-, Strick- und Nähnadel recht fleißig
gehandhabt würden, so könnten sie den Wohlstand der Familie
wesentlich fördern, leider hat aber in neuerer Zeit auch im Hand
werker- und Arbeiterstande die Putz-, Vergnügungs- und Genußsucht
so überhand genommen, daß zu deren Befriedigung selbst der reich
liche Verdienst des Mannes nicht mehr hinreicht und Schulden ge
macht werden. Dann folgen Armuth und Noth und aus den so
herabgekommenen Familien rekrutiren sich die Schaaren der Social
demokraten und Communisten.
3. Hauptaufgaben des Staates, der Commune und der
Privaten.
Nachdem wir die hauptsächlichsten Arten von Selbsthilfe kennen
gelernt haben, welche zur Herbeiführung einer Besserung in der
wirthschaftlichen Lage des kleinen Beamten-, Handwerker- und
Arbeiterstandes vorzugsweise geeignet erscheinen, wollen mir uns
schließlich noch mit den Hauptaufgaben beschäftigen, die dem Staate,
den Communen uitb Privaten in Bezug auf Schaffung erträglicher
Zustände zufallen. — Vor Allem müssen sich diese bei ihrer Mit-
wirkung von der Ueberzeugung leiten lassen, daß weder durch bloße
materielle Hilfe, noch durch sittliche Mittel allein, sondern nur im
Zusammenwirken beider Potenzen bessere sociale Zustände sich
schaffen lassen.
a. Darbietung aller möglichen Bildungsmittel.
Der Staat nach zunächst durch Darbietung aller möglichen
Bildungsmittel den Arbeiter geistig und sittlich heben und einen in
telligenten, gesitteten Nachwuchs für die künftigen Generationen
heranziehen.