Contents: Die geplante Erhöhung der Brausteuer für das norddeutsche Braugewerbe und deren Folgen

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Männer, das schreiben ganz ernste Zeitungen. Leider fehlt 
ihnen aber die genügende Kenntnis der betreffenden Ver 
hältnisse und so hört und liest man denn alle diese — Worte. 
Sicher, es ist nur ein Aufschlag von Pfennigen. Wissen 
denn aber die Herren auch, was ein Pfennig für den Arbeiter 
bedeutet? Für den Mann, der mit geringem Lohn den 
ganzen Lebensunterhalt bestreiten muß? Wüßten sie es, so 
würden sie dieses Wort nicht gebrauchen. 
Eines Anreizes bedarf der Arbeiter. Reicht es nicht zu einem 
GlaseBier, fehlt der letzte Pfennig, nun dann kommt der Schnaps 
wieder an die Reihe. Zweck dieser Zeilen ist, auf diese notwendige 
Folge hinzuweisen. Man sagte weiter: Der Mann braucht 
täglich nur ein Glas Bier weniger zu trinken, dann ist alles 
ausgeglichen. Wieder ein grausames Wort. Das redet sich 
ganz leicht, wenn man im Vollen sitzt und nicht zu leiden 
braucht. Da fehlt gerade noch der Rat an den Arbeiter, 
dann doch lieber Rotspohn und Sekt zu trinken. Wissen denn 
aber auch die Herren, welchen Genuß dem Mann dieses Glas 
Bier bietet, das er nun entbehren soll, ihm, der immer ent 
behren soll? Wissen sie, wie selten ihm ein solcher Genuß 
zu Teil wird? Man sehe sich doch einmal diese Verhältnisse 
wirklich an, man sehe, wieviel Freude, wieviel Lohn für schwere, 
harte Arbeit ihm schon hierdurch wird! Und das alles schneidet 
man ihm nun leichten Muts ab. Was ist die Folge: Das- 
Bier wird teurer, das Bier fällt als Genußmittel weg, der 
Schnaps tritt wieder in seine früheren Rechte. , 
Ein weiterer Punkt sei hier noch hervorgeboben. Wir 
wollen von dem Angebot sprechen, von dem Einfluß, welchen 
dasselbe auf den Verbrauch ausübt. Größeres Angebot wird 
gegeben bei Dingen, welche höheren Gewinn bringen, und 
bei solchen, welche billig und daher leicht verkäuflich sind. 
Früher war der Gewinn am Branntwein sehr groß. Ein' 
Gast betrat das Dorfwirtshaus. „Guten Tag auch, ein 
Schnäpschen?" so lautete der Gruß des Wirtes. „Ich wollte 
eigentlich ein Glas Bier trinken." „Ach was, erst kommt ein 
Schnäpschen, zum Bier ist es dann immer noch Zeit." Und 
der Gast nahm das Schnäpschen, der Wirt mußte doch besser 
wissen, was sich eigentlich schickt. „Zahlen!" rief der Gast. 
„Mit Bier hört man nicht ans, erst noch ein Schnäpschen!" 
war die Antwort des Wirts. Da kam die Branntweinsteuer, 
der Schnaps wurde teurer, der Gewinn an demselben geringer. 
„Ein Schnäpschen!" rief der Gast beim Eintreten. „Trink 
lieber Bier, es ist soeben frisch angestochen," entgegnete der 
Wirt. Das Bier war im Preis gefallen, der Gewinn hatte 
sich da erhöht. In der letzten Zeit ist nun wieder der Preis 
des Branntweins herabgegangen. Die Folgen — ergaben 
sich von selbst. „Bei mir wollen sic wieder nur Branntwein
	        
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