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Mittels war auch ganz zufällig beobachtet worden.
Bei physiologischen Stoffwechselversuchen mit schwefel
haltigen Stoffen bediente man sich im Baumannschen
Laboratorium zu Freiburg i. B. dieser dort gerade
dargestellten Verbindung, war aber erstaunt, dass das
Versuchstier, ein Hund, nach Verabreichung des Sulfo-
nals in einen dauerhaften Schlummer versetzt wurde.
Es lag nahe, diese überraschende Wirkung durch die
Anwesenheit zweier Aethylgruppen zu deuten, wie eine
solche auch im gewöhnlichen Alkohol vorhanden ist.
Die Ansicht bestätigte sich, als man durch die Einführung
einer dritten und vierten Aethylgruppe aus dem Sulfonal
einTrional und einTetronal herstellte, deren hypnotische
Wirkung mit der Zahl dieser Gruppen in der Tat
anstieg.
Es begannen nun vergleichende klinische Versuche,
in denen man die Wirkung der verschiedensten Atom
gruppierungen studierte, die in manchen Fällen wichtige
Beziehungen zwischen chemischer Konstitution und phy
siologischer Wirkung zu erkennen gaben. Wenn wir
uns auch heute noch mit der Auffindung solcher Be
ziehungen am Anfänge eines langen und schwierigen
Weges befinden, so wird sie doch dadurch erleichtert,
dass sich inzwischen ein umfangreiches Versuchsmaterial
angesammelt hat. Finden sich doch in den Zusammen
stellungen Von J. D. Riedel bis zum Jahre 1912 über
5000 chemische Präparate verzeichnet, die alle eine Heil
wirkung haben sollen und der leidenden Menschheit
angeboten wurden. Es versteht sich von selbst, dass
ein erheblicher Teil derselben ein Eintagsleben führte
und mit dem Empfange eines mehr oder weniger
schönen Namens seine ephemere Rolle ausgespielt hatte.
Aber bei manchen dieser Mittel zeigte sich, dass man