Strukturwandlungen der Weltwirtschaft
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die Vereinigten Staaten im Zeichen der Hochkonjunktur mit gewissen
Anzeichen des Umschwungs, Indien im Zustand der Depression, China
im Chaos, Japan in der Depression, die südamerikanischen ABC-Länder
im Übergang von der Depression zum Aufschwung, den übrigens eine
der dort nicht seltenen Revolutionen sofort im Keime ersticken kann. Wie
sollte es möglich sein, von den Konjunkturbarometern dieser Länder
die »Weltkonjunktur« abzulesen und sie in eine der vier Phasen, mit
welchen die Theorie zu arbeiten pflegt, einzugliedern! Schon der Ge-
danke ist absurd! So ist es zu‚erklären, daß, von programmatischen
Ansätzen aus allerjüngster Zeit abgesehen, die Konjunkturtheoretiker
nicht einmal den Versuch gemacht haben, die Lehre von der »gesetz-
mäßigen Aufeinanderfolge der einzelnen Marktlagen« auf die Weltwirt-
schaft oder auch nur auf den Weltmarkt anzuwenden, sondern sich damit
begnügen, über die »andern« Länder Situationsberichte bereitzustellen.
Selbst dort, wo Produktion und Preise von Grundstoffen vom univer-
sellen Standpunkt erfaßt werden, ist es stets unterblieben, über das
Wesen einer Konjunktur der Weltwirtschaft irgend etwas zu sagen,
geschweige daß typische Grundzüge in der Aufeinanderfolge jeweiliger
Konjunkturlagen erforscht worden wären. Solches Vorhaben würde, wie
schon angedeutet, mittels der bisherigen Methoden auch von vornherein
zur Aussichtslosigkeit verurteilt sein; denn die »Konjunktur der Welt-
wirtschaft« ist weder das arithmetische Mittel aus den Konjunkturen der
Volkswirtschaften, noch wird sie durch das Auf und Ab zufällig erfaßbarer
Rohstoffe bestimmt, obwohl der Rohstoffmarkt an sich ein wichtiges
Bestimmungselement ist.
Dem Problem der »weltwirtschaftlichen Konjunktur« wird auch damit
nicht Genüge getan, daß man es von vornherein als unlösbar bezeichnet.
Mit derlei Ignoranz mich auseinanderzusetzen, muß ich selbstverständlich
ablehnen. Die Schwierigkeiten hingegen sehe ich durchaus. Ich meine
jedoch, daß es eine der wichtigsten Aufgaben der Sozialökonomik ist, ihrer
Herr zu werden. Dem, was wir die Krisis der Weltwirtschaft nennen, ist
erkenntnismäßig nur dann beizukommen, wenn wir es in seinem Wesen
von Grund aus zu erkennen versuchen. Der Weg dahin öffnet sich,
wenn alle Elemente der zwischenvolkswirtschaftlichen Beziehungen
und der sie bedingenden und ihre Veränderungen bestimmen-
den volkswirtschaftlichen Tatbestände — darauf kommt es an!
— ebensowohl statistisch erfaßt als auf ihren symptomatischen Wert hin
erforscht werden. Wertvolle Unterlagen für solche Untersuchungen könnte
etwa die Weltwirtschaftskonferenz beschaffen. Die hier zunächst ange-
deutete gefügetheoretische Aufgabe setzt aber nicht allein Ermittlung
von konkreten Tatsachen und Tatsachenzusammenhängen, sondern auch
wesentliche methodologische Klarstellung voraus, haben wir bis heute
A*