fullscreen: Oekonomik der Transformationsperiode

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duktion den gesellschaftlichen Mehrwert (m) verschluckt hat. 
Die theoretische Untersuchung kann nicht mit absoluter Sicher 
heit feststellen, genau wann, bei welcher konkreten Zahl, durch 
die dieser Prozeß charakterisiert ist, die Zerfallsperiode beginnt. 
Das ist bereits eine questio facti. Die konkrete Sachlage in der 
Wirtschaft Europas in den Jahren 1918—1920 zeigt deutlich, daß 
diese Zerfallsperiode bereits eingetreten ist und daß Anzeichen 
für eine Auferstehung des alten Systems der Produktionsverhält 
nisse fehlen. Umgekehrt. Alle konkreten Tatsachen weisen darauf 
hin, daß die Elemente des Zerfalls und der revolutionären Auf 
lösung der Verbindungen mit jedem Monat fortschreiten. Theo 
retisch ist dies vollkommen begreiflich. In der Tat; die in 
Klassen gespaltene kapitalistische Gesellschaft kann ja nur dann 
existieren, wenn die Mentalität des Burgfriedens sozusagen 
allgemcingültig ist, mit anderen Worten, erst dann und solange, 
wie die Arbeiterklasse, diese wichtigste Produktivkraft der 
kapitalistischen Gesellschaft, stillschweigend „einwilligt“, die 
kapitalistische Funktion zu erfüllen. Ist einmal diese Voraus 
setzung verschwunden, so wird die weitere Existenz der kapi 
talistischen Gesellschaft unmöglich. 
Der revolutionäre Marxismus hat genau festgestellt, daß auf 
dem Gebiet der Politik der Uebcrgang der Macht aus den Händen 
der Bourgeoisie in die Hände des Proletariats, ein Uebergang, 
der als bestimmter historischer Prozeß aufzufassen ist, seinen 
Ausdruck findet in einem Zusammenbruch der alten Staats 
maschinerie, wobei diese Maschinerie in ihre Bestandteile zerfällt. 
Der Staat ist keineswegs ein Objekt, das bei den verschiedenen 
Klassen von Hand zu Hand geht und sich nach den ehrwürdigen 
Gesetzen des bürgerlichen Familienrechtes vererbt. „Die Er 
oberung der Staatsgewalt durch das Proletariat“ heißt die Zer 
störung des bürgerlichen und die Schaffung eines neuen Staats- 
Systems, wobei auch die Elemente des zerfallenen alten Systems
	        
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