Full text: Lenin, Vladimir Ilʹič Ulʹjanov

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nicht siegen, aber der Bauerncharakter des Landes kann angesichts 
des groBen feudalen Grundbesibes — wie die Erfahrung von 1905 
gezeigt hat — der bürgerlich-demokratischen Revolution in Rußland 
einen ungeheuren Schwung geben, sie zu einem Vorspiel der so- 
zialistischen Weltrevolution machen ... In Rußland kann der Sozialis- 
mus nicht sofort siegen, aber die Bauernmasse kann die unausbleib- 
liche und schon reife agrarische Umwälzung bis zur Konfiskation des 
ungeheuren feudalen Besikes in Rußland führen ... Diese Umwälzung 
würde dem städtischen Proletariat, gestübkt auf das arme Bauerntum, 
die Möglichkeit geben, solche revolutionäre Organisation zu bilden, 
wie die „Arbeiterdelegiertenräte“, durch sie die alten Unterdrückungs- 
organe des Staates, das Heer, die Polizei, die Bürokratie, erseben 
und unter dem Drucke der furchtbaren Folgen des imperialistischen 
Krieges eine Reihe revolutionärer Maßregeln zur Kontrolle der Pro- 
duktion und Konsumtion durchführen können... Es lebe die be- 
ginnende proletarische Revolution in Europa!“ 
Wir sehen, daß Lenin nicht nur ein Programm entwickelte, das die 
II. Internationale später übernahm, sondern daß er auch den Gang 
der russischen Revolution voraussagte. Es ist bekannt, daB, lange 
bevor die Bolschewiki an die Macht kamen, die Agrarrevolution sich 
vollständig und sozusagen selbsttätig entwickelte und die Konfis- 
kation des Großgrundbesibes vornahm. 
Am 16./3. April langten Lenin und seine Freunde nach der Fahrt 
durch Deutschland und Skandinavien in Petersburg an. Der Finnische 
Bahnhof und seine Umgebung waren von Arbeitermassen überfüllt, 
die die Ankommenden mit Jubel begrüßten. Auch eine Regierungs- 
abordnung, Tscheidse an der Spike, bewillkommnete sie. Gleich am 
nächsten Tage entwickelte Lenin den Standpunkt der Bolschewiki in 
einer Rede im Hauptquartier der Bolschewiki, dem ehemaligen Palast 
der Zarendirne KSesinskaja. Er formulierte: 
„l.UeberdenKrieg. Der Krieg ist ein Produkt des Kapita- 
lısmus, deshalb darf es im Verhalten gegenüber dem Kriege kein 
KompromiB geben. Man muß eine absolute Unversöhnlichkeit gegen- 
über dem Kriege bewahren. Friedensschluß um jeden Preis und ohne 
Bedingungen. Agitation für diesen Gedanken in den Massen. 
2. Umwandlung der Revolution in eine soziale 
Revolution. Wir müssen eine neue Platiform für unsere Arbeit 
finden und das von den Massen lernen. Die erste Etappe des revo- 
lutionären Krieges ist vorbei, er wird nun foritgesekt unter den Be- 
dingungen: 
a) Die Staatsgewalt geht in die Hände des Proletariats und der 
armeren Teile der Bauernschaft über.
	        
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