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Er soll mich und die Meinen verschonen, ıch will ihm die Hälfte meines
weiten Reiches geben!“ So wurden denn viele gelehrie Männer be-
fohlen. Sie runzelten die kahlen Shirnen, legten die Finger an die
Nasen und nach vielem Grübeln spikten sie ihre Schwanenfedern und
begannen an Lenin also zu schreiben: „Lenin! Wenn es so steht, wie
Du sagst, so bitten wir Dich, laß unsern Zaren Nikolaus mit Deinen
Zauberformeln in Ruhe und nimm dafür die Hälfte des weiten
Rußland.“ Der Brief wurde mit Eilboten in das ferne Land gesandt
und es dauerte eine Weile, da kam eines Tages von Lenin die Ant-
wort: „Zar Nikolaus! Es ist mir recht, was Du mir vorschlägst, ich
will mich mit der Hälfte Deines Reiches begnügen, doch laB mich
bestimmen, wie wir die Teilung vornehmen sollen. Es soll dies ge-
schehen, nicht nach Gouvernements, auch nicht nach Kreisen oder Be-
zirken, sondern folgendermaßen: Zar Nikolaus, nimm Du Dir alles,
was weiBe Knochen hat: Generale und Würdeniräger, hochwohl-
geborene Offiziere mit allen ihren Orden und Kreuzen, mit goldenen
Fangschnüren und Achselstücken, mit ihren feinen Gattinnen und
weißknochigen Kindern. Dir sollen weiter gehören alle die Herren
Gutsbesiber mit ihrem großen Reichtum, mit ihren seidenen und
samtenen Kleidern und ihrem Silbergeschirr, mit ihren Gattinnen und
der Nachkommenschaft. Weiter sollen Dir zukommen alle Kaufleute
mitsamt dem Inhalt ihrer Speicher und Magazine, mit allen Geldern
und dem, das auf den Banken liegt. Nimm Du Dir alle Fabrikanten mit
den Maschinen und allen Gebäuden! Mir aber, großer Zar, gib alles,
was schwarze Knochen hat: die armen Bauern, die geplagten Sol-
daten, die schweißigen Fabrikarbeiter mitsamt ihrem Gerümpel, ferner
das Vieh für die Zucht, die Wiesen für das Futter und das Land für
den Brotacker.“ — Zar Nikolaus las diesen Brief und ward sehr fröh-
lich. Er klatschte in die Hände und tanzte von einem Bein auf das
andere: „Meldet diesem Lenin sofort,“ befahl er. seinen Geheim-
räten, „daß ich mit allem einverstanden bin.“ Und lachend fuhr er
fort: „Wie kann das ein in allen Wissenschaften bewanderter Mann
sein, der einen Zauberspruch besikt, wenn er mir alle Schäbe Ruß-
lands überläßt und nur die Menschen der schwarzen Knochen verlangt?
Mit unsern Schäkben werden wir uns neue Leute mit schwarzen
Knochen dingen, aus ihnen neue Soldaten machen und in Ruhe und
Reichtum leben.“ Von neuem kamen weise Männer herbei und
schrieben an Lenin. Und wieder dauerte es eine Weile, da kam Lenm
eines Tages in aller Stille an und ging zu seinem armen Volk. Der
Zar aber entfernte sich mit seinen Leuten. Da sahen die Bauern und
die Arbeiter und die Soldaten, daß ein Mensch von ihrem Schlage zu
ihnen gekommen war, er streckte ihnen die Hand entgegen und be-