Austausch von Patenten und Erfah:
rungen) bereits erfolgreich beschrit:
ten. Bei anderen Erzeugnissen
schweben noch derartige Bestrebun:
gen. Die Not der Weltwirtschaft
legt die Vermutung nahe, daß inter:
nationale Kartellverständigungen in
den nächsten Jahren und Jahrzehn:
ten eine große Verbreitung erfahren
werden.
Unerläßliche Voraussetzung für
die Schaffung von internationalen
Kartellen ist das Bestehen von fest:
gefügten Inlandskartellen,
Hält man eine Kartellgesetzge-
bung und Kartellaufsicht für not:
vendig, so muß sie nicht bloß
chädliche Wirkungen von Kartellen
‚ekämpfen, sondern sie muß auch
len gesunden und nach unserer Ans
icht unentbehrlichen Kartellen eine
jesicherte Grundlage geben. Gut
;eleitete und —verantwortüungsbe-
vußte Kartelle brauchen die öffent:
iche Kritik und deshalb auch einen
veitgehenden Einblick der Öffent:
ichkeit nicht zu scheuen. Sie haben
m Gegenteil ein Interesse daran, daß
lie Öffentlichkeit über sie unter;
ichtet wird, damit diese nicht noch
änger kritiklos dem Schlagwort von
ler Schädlichkeit der Kartelle zum
Opfer fällt.
IV. Güterverteilung.,
Großhandel und Einzelhandel sind
ür eine geordnete Versorgung der
Verbraucher unentbehrlich. Ohne
einen gesunden Handel auf allen
Stufen der Güterverteilung ist eine
jeordnete Regelung des Waren:
marktes undenkbar. Der gesamte
Verteilungsapparat des Handels ist
aber heute im Verhältnis zu den um-
gesetzten Gütermengen bei weitem
zu groß. Der Krieg und die Nach-
kriegszeit haben hier eine Entwick»
lung gebracht, die ungesund und un-
natürlich ist. Die Übersetzung des
Handels ist in den einzelnen Wirt:
schaftszweigen sehr verschieden.
Während einige Zweige besonders
nfolge kartellmäßiger Einwirkung
kaum eine Vermehrung gegenüber
Jer Vorkriegszeit zeigen, ist in vielen
anderen eine Aufblähung bis zu der
doppelten Zahl der Vorkriegsunter-
nehmungen und mehr zu verzeich-
nen. Es unterliegt keinem Zweifel,
daß die gesamten Verteilungskosten,
die einen erheblichen Teil des
Warenpreises ausmachen, gegen:
wärtig zu hoch sind. Dem legitimen
Handel kann gewiß allgemein nicht
der Vorwurf übermäßiger Gewinne
sjemacht werden. Das Anwachsen
ler Verteilungskosten ist nach unse:
er Auffassung vielmehr vorwiegend
{arauf zurückzuführen, daß sich mit
jer Güterverteilung in der Nach:
.riegszeit Elemente beschäftigen, die
hr einziges Ziel in einer möglichst
chnellen Bereicherung auf Kosten
{er Konsumenten sehen. Das Ein:
Iringen dieser Elemente wurde
urch die verhältnismäßig geringen
virtschaftlichen Voraussetzungen
ür die Gründung von Handels:
internehmungen erleichtert, zumal
je Gewinnaussichten infolge des
urch den Mangel während des
irieges und durch die Erscheis
ungen der Geldentwertung stark
esteigerten Warenhungers sehr gün-
tig erschienen. Der legitime Handel
‚at selbst das größte Interesse an
iner Beseitigung dieser neuen über-
‚üssigen und ungeeigneten Elemente
m Handel. Aufgabe der Organisa-
ijonen des legitimen Handels ist es,
icht nur jede Maßnahme zu unter:
assen, die den natürlichen Reini:
ungsprozeß hindern könnte, son:
jern auch positive Maßnahmen zu
»rgreifen, um diesen Reinigungs:
.