Full text: Betriebsorganisation und Betriebsabrechnung

Sie wird heute meist. als Kollektivordnung zwischen Arbeit- 
geber- und Arbeitnehmerverbänden einheitlich für ganze 
Bezirke ausgearbeitet und trägt die Unterschrift der Ge- 
schäftsleitung, des Betriebsrats und der Gewerbeaufsicht. 
Ein ungekürztes Muster hier wiederzugeben fehlt der 
Raum. Sie regelt die Arbeitszeit und Pausen, die Betriebs- 
disziplin, z. B. bei Verspätungen, die Beurlaubungen, das 
Verhalten gegenüber Vorgesetzten, die Arbeitsausführung 
und Behandlung .der anvertrauten Fabrikate, Werkzeuge, 
Maschinen, die Lohnverrechnung und -auszahlung, Sicher- 
heitsbestimmungen, wie Rauchverbot, Schadenersatzpflicht 
und Ordnungsstrafen. 
Eine solche Arbeitsordnung ist vom Gesetz für alle Be- 
triebe von mehr als 20 Arbeitern vorgeschrieben (Reichs- 
gewerbeordnung 8 134); man halte sich streng an die dort 
gezogenen Richtlinien und treffe an einer einmal fest- 
liegenden Ordnung so wenig Änderungen wie möglich. 
Lehrlingsausbildung und Anlernwerkstät- 
ten. Die Bereitstellung der denkbar besten Kräfte wird 
durch nichts so gefördert, wie durch eine gründliche Aus- 
bildung des Nachwuchses. Eine gute Lehrlingserziehung 
macht sich daher um so eher bezahlt, als die örtliche Men- 
schenreserve (z. B. Kleinstadt, ländliche Umgebung) klein 
oder industriell minderwertig ist. Größere Werke haben dies 
schon lange erkannt und durch besondere Lehrlingswerk- 
stätten und -schulen ihrem Nachwuchs eine oft vorzügliche 
Ausbildung gegeben. Wo irgend möglich folge man diesem 
Beispiel, das weit bessere Ergebnisse zu erzielen gestattet, 
als die im einzelnen gar nicht kontrollierbare Überant- 
wortung der jungen Lehrlinge an die Gesellen in den ver- 
schiedenen Werkstätten. Auch in kleineren Betrieben dürfen 
feste Lehrpläne für die jungen Fachschüler nicht fehlen. 
Aber auch zur schnelleren Einarbeitung erwachsener 
Kräite geht man neuerdings ähnliche Wege. Die unge- 
lernten Arbeiter, die man in rein maschinellen Betrieben ver- 
wendet (z. B. Gießereien, Textil- und keramischen Fabriken), 
läßt man vor ihrer produktiven Verwendung einen kurzen 
Lehrgang in sog. Anlernwerkstätten durchmachen. Dort 
üben sie sich in den typischen Funktionen ihrer späteren 
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