Full text: Betriebsorganisation und Betriebsabrechnung

Tätigkeit, die aut einfache Handgriffe und Bewegungen ge- 
bracht sind, so daß alles wesentliche herausgeschält, das 
übrige ausgeschaltet ist. Schon nach wenigen Tagen sind so 
von der Straße hereingenommene Arbeiter oft brauchbar ge- 
macht; man spart die Kosten der Anlernung im produktiven 
Betriebe, die stets mit verdorbener Arbeit, vergeudeter Zeit 
und Beschädigung der Maschinen verbunden ist. Zugleich 
wirkt eine derartige Anlernwerkstatt als Auslese im Sinn 
einer langdauernden Eignungsprüfung. Mancher Neuling 
erweist sich für die ihm zugedachte Arbeit als unbrauchbar 
und kann rechtzeitig entlassen oder in untergeordnetem 
Dienst, etwa als Transportarbeiter, beschäftigt werden, be- 
vor er Schaden und Verdruß im Betrieb angerichtet hat. 
Lohn und Leistung. Die wichtigsten Entlohnungs- 
formen müssen wir zum Verständnis der späteren Abschnitte 
schon hier kurz streifen. Man unterscheidet zwei Grund- 
formen der Entlohnung: den Zeitlohn und den Stücklohn. 
Der Zeitlohn ist eine andere Form der Gehaltszahlung, nur 
ist er nicht auf den Monat, sondern auf eine Woche, den 
Tag oder meist die Stunde bezogen. Er wird für die abge- 
arbeitete Zeiteinheit, also meist die Arbeitsstunde, bezahlt, 
ungeachtet, ob eine Leistung vorliegt oder nicht. In der 
Industrie verschwindet er mehr und mehr und beschränkt 
sich auf diejenigen Arbeiten, für die eine Nachrechnung 
der Leistung unmöglich oder zu schwierig ist, z. B. 
Transport- und Reinigungsarbeiten, und auf jene, die in 
erster Linie im Bereitschaftsdienst bestehen, wie etwa die 
Wartung von Kraftzentralen oder vollautomatischen Ma- 
schinen. 
Alle andern Arbeiten pflegt man, soweit irgend möglich, 
im Stück- oder Leistungslohn zu vergeben. Hier wird eine 
bestimmte Leistung bezahlt, gleichgültig wie lange der 
Arbeiter für sie benötigt. Arbeitet er schnell, so hat er 
einen Mehrverdienst, ohne daß die eigentlichen Lohnkosten 
für diese Leistung gewachsen sind; ist er säumig, so sinkt 
sein Verdienst. Dieser Anreiz wirkt also psychologisch 
leistungssteigernd und ist auch nach anfänglichem Wider- 
stand der Arbeiterschaft heute allgemein beliebter als der 
starre Zeitlohn. Man vergibt heute im Leistungslohn selbst 
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