ziehungszell“ ist, wird durch die präziseren F ormuhierungen der Preisschrift
geklärt.
Im Kapitel XXV werden die fünf Fälle der Handelsfreiheit aufgeführt.
Es haben vollen Freihandel die unzivilisierten Völker, die Kolonialländer
und reinen Ackerbaustaaten, ferner hat die nation predominante
und diejenigen Nationen zweiter Ordnung, die neben der
Suprematiemacht konkurrenzfähig sind, vollen Freihandel; also in der
rationalen Lehre ein Entscheid im Sinne der Interpretation Dietzels.
Verfolgen wir aber diesen Gedankengang weiter,
Die „Wege zur Handelsfreiheit“ erörtert das 26. Kapitel: Es sind
prinzipiell zwei Möglichkeiten da: die politische Vereinigung der Völker
unter einer „Universalmonarchie‘“ oder gerechte Handelsverträge.
Für letztere tritt List und zwar in der umfassendsten Form eines
„Congres commercial universel‘“99 ein, der über alle Weltwirtschaftsfragen
beraten soll. Da sich die Beschlüsse zur Zeit hauptsächlich gegen
Englands Suprematie richten würden, konstituiert der Welthandelskongreß
sich nach Lists Ansicht, die er schon in einem Konsulatsberichte
an die amerikanische Regierung kundtat, zunächst aus Vertretern
der Nationen der zweiten und dritten Ordnung.
Wir sehen also hier bis zu organisatorischen Vorschlägen den Weg,
den List für eine freihändlerische Zukunft der Nationen sieht, welche
die schutzzöllnerische „Erziehung“ hinter sich haben. Die Belege ließen
sich häufen. Als in der vorigen Generation der Parteikampf für
und wider den Schutzzoll zumeist das Interesse an List bestimmte,
haben namhafte Gelehrte sich mit der Herausarbeitung dieser Gedanken
in Lists Werken, die sie unvollständig heranzogen, begnügt;
da die Gegenpartei stofflich ebenso unvollständig auftrat, blieb. die
Frage unentschieden. Unser heutiges Interesse ist schlechthin unpar-;elisch.
List ist uns ein Objekt der historischen Erkenntnis, welche auch
mit den Mitteln der Philologie objektiv und umfassend zu leisten ist.
Dann ist zunächst festzustellen, daß die amerikanischen Briefe und
die Arbeiten des Zollvereinsblattes eine solche Lösung der Zukunft
nicht enthalten; auf das Zollvereinsblatt kommen wir erst im nächsten
Abschnitt zurück. Die Outlines unterscheiden sich wesentlich von
den beiden anderen großen Systemen durch die Tatsache, daß sie
keine für alle Völker geltende Theorie darstellen; hierin den Merkantillehren
ähnlich, sind sie nur für Amerika und dessen Entwicklung
geschrieben, deshalb streng und eindeutig „national‘. Die Preisschrift
und das Nationale System stellen ihrerseits den Anspruch der
Allgemeingültigkeit und diese gewinnt List, indem er, immer lebend
in seinem nationalen Empfinden, zum Ausgangspunkt der Nation den
klassischen rationalen Menschheitshorizont hinzunimmt und aus beiden
ein neues Ganzes aufbaut. Mit Hilfe der klassischen Begriffe gestaltet
List also seine beiden Hauptwerke, und indem sein Blick auf
Frankreich und Deutschland ruht, ordnet er die politische Ökonomie
als die dynamische Stufenlehre, welche die Suprematiemacht wie die
nachstrebenden Nationen umfaßt; während die Outlines wie erwähnt
keine Stufentheorie enthalten, ist in den beiden größeren Systemen
lementsprechend auch die freihändlerische Denkrichtung ein inte-53