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übdijgHen EinwohHner]haft Polens und darunter fajt alle ärmeren Juden)
on demfelben finanziell-Fommerziellen Berufe Ieben wollen, und weil
ie überdies in völfijder und Kultureller Hinfjidht eine der Übrigen
Einwohnerfdhaft fremde, in veralteten Ideen befangene Gruppe dar-
itellen, wirfen Jie auf die wirtfdhaftlide Entwidlung hemnend ein. Jedes
auf Reform des WirtjhHaftslebens abzielende Unternehmen Hat in Polen
nicht fo Jehr gegen die Konkurrenz als vielmehr gegen den injtinktiven
Widerftand der Yuden anzufämpfen, die in ihm ein Attentat auf
hr Handelsmonopol erbliden. So 3. B. bezictigen die Yuden die
Senoffen[haftsbewegung in Polen bheftändig des Antijemitismus, in-
em fie den Verbacht heben, dak das einzige Ziel diejer Bewegung
die Vernichtung des jüdifhen Volkes fei, während doch in Wirklichkeit
die polnijde Genoffenfhaftsbewegung ganz Ddiefelben Ziele verfolgt
mie diefe Bewegung in anderen Ländern. — Sogar der durdaus redt-
mäßige Vorgang, daK ein Chrijt in irgendeinem Marktfleden einen
Laden aufmadt, wird von den Iuden als eine Verlekung ihres Mo-
nopols aufgefakt; er veranlakt fie zu entipredenden Schritten, von
benen der Boykott nod) einer der mildelten ijt. Und doch ijt der
jüdilde Handel in jener Form, in der er JiH in Kongrekpolen 1100)
arhalten hat, nicht nur unfähig, feine Funktion innerhalb des natio-
nalen MWirtidHaftsorganismus normal zu erfüllen, fondern er wirkt
zeradezu als Hemmichuh jedes wirtjdHaftliHen FortfjoHrittes.
Die traditionelle Eigenart der Iuden in Kongrekpolen ijt nod
jeht {tark entwidelt. Während in Wejteuropa das Ghetto nur mehr
zine Erinnerung aus vergangener Zeit daritellt, Hat es ih in Kongrek-
polen bis heute nod) dur die Kraft der jüdijden Tradition erhalten.
Die Juden [ind es felbjt nämlich, die ih in argwöhnijder Wahrung
Ihrer Eigenart freiwillig in das Shetto zurüd einjAHliehen.
Sie leben ihr eigenes Geiftesleben und fprechen ihre eigene Sprade.
Es ijt dies ein verdorbenes Deutjh, ftark mit polnijden, rujlildhen
und Dbebräifgen Ausdrüden vermengt. Die Eigentümlichkeit diejer
Sprade („Siddifjh‘“) wird äußerlidH dadurh verltärkt, dak man fie
mit hebräilden Buchjtaben [hreibt und drucdt. Dieje Sprache, die in
Bolen „der jübdilHe Yargon“ oder kurzweg „Iargon“ Heikt, ft die
innere Verkehrsiprade des jübijhen Gemeinwejens in Polen. Nur
diefe Sprache it die hHäuslide Umgangsfprade der jüdijdhen Malfen,
in ihr lehren die Juden ihre Kinder, in ihr lejen fie ihre Bücher
und Zeitfhriften, in ihr hören fie Theaterftüde an. Die Mehrzahl der
Xuden in Polen ift mur diejer Sprade volllommen mächtig.
Durch eine eigene Sprade von ihren AHrijtliden Nachbarn ab-
gefondert, mit ihnen nur im Kaufladen oder auf dem Marfkte in
Berührung kommend, leben die jüdijhen Mafjfen in gänzlicher Sjolie-
una dahin, in einer Melt non eigenen Beariffen, Glaubensiäken und