Full text: Bedarf und Absatzmöglichkeiten in Sowjetrußland

von 100% landeten. Ferner hat die. Leningrader Arbeiter- 
Kooperative einen Teil ihres Bestandes an Metallwaren und 
Werkzeugen an Privathändler mit einem Aufschlag von 100 
bis‘ 150% verkauft usw.“ Die gleiche Zeitung berichtet in 
Nr. 160 vom 16. Juli 1926: „Eine Untersuchung der Handels- 
organisation der Ukraine ergab, dass der grösste Teil der 
Konsumgenossenschaften an Privathändler verkauft und bei 
Abgabe einzelner knapper Wa.engattungen bedeutende Auf- 
schläge erfolgen. Dieselben betragen bei Blechtafeln, Tafel- 
glas, Sohlenleder und Manufakturwaren 50 bis 60% der Ein- 
standskosten.. Z. B. wurde von der Bezirkskooperation 
Tafelglas bei einem Grundpreise von 51 Rubel pro Kiste 
plus 50% Aufschlag durch die vorhergehenden Engros- und 
Engros-Detail-Organisationen mit 90 Rubel, Sohlenleder bei 
einem Selbstkostenpreise von 2,42 Rubel pro kg mit 3,20 
bis 4,33 Rubel gehandelt. Bis die Waren die Dorfkoopera,- 
tiven erreichten, hatten sie sich noch weiter nach oben ver- 
ändert. Beispielsweise wurde Tafelglas, wofür der Trust 
einen Lieferungspreis von 51 Rubel berechnete, im Dorfe 
mit 125 Rubel verkauft. Bei manchen Warengattungen er- 
reichte die Abweichung vom Trustpreise 40000.“ 
Laut „Ekonomitscheskaja Shisn“ (offizielles Organ des 
Rates für Arbeit und Verteidigung) Nr. 164 vom 20. Juni 
1926 erfolgen in den entlegenen Bezirken des Nordkaukasus 
seitens der staatlichen Handelsorganisationen folgende: Auf- 
schläge auf die Trustlieferungspreise: Bei Manufakturwaren 
10%, Kurzwaren 190%, Schreibwaren 270%. HErklärt wer- 
den diese. aussengewöhnlichen Aufschläge u. @. auch durch 
den langen Weg, den die Ware vom Erzeuger bis zum Ver- 
braucher zurücklegt. Zitz läuft vom Trust bis zum Ver- 
braucher durchschnittlich 127 Tage, Zwirn 178 Tage, Tuch 
257 Tage, Wagenschmiere 676 Tage; dazu kommt, dass der 
Privatdiskontsatz in Russland laut „Ekonomitscheskaja 
Shisn“ Nr. 54 vom 4. März 1926 sich gegen 20% monat- 
lich- beläuft. — In der „Ekonomitscheskaja Shisn“ Nr. 152 
vom 6, Juli 1926 ist der Weg des Sonnenblumenöls bis 
zum Verbraucher beschrieben: Oelmühle, Südöstlicher Fett- 
Trust, Fettsyndikat, Industriebank, Kommunalbank, Be- 
zirkskooperative, Dorfkooperative, Verbraucher. Die Auf- 
Schläge bei Vermeidung jedes Missbrauchs betragen min- 
destens 500%. 
Nach dieser Kennzeichnung des sowjetrussischen 
Handelsapparates wollen wir einen Blick auf die sowjet- 
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