Zentralen. Die sowjetrussische Elektrowirtschaft hat überwiegend
elektrische Stationen kleiner Leistung. Die durch.
schnittliche Leistung der elektrischen Zentralen stellte sich
nach den Angaben des „Glawelektro“ zu Beginn des Jahres
1925 folgendermassen: Städtische Zentralen 750 KW, Industriezentralen
258, Dorfzentralen 210, Eisenbahnzentralen
L06, Zentralen der Postverwaltung 23; so dass die durchschnittliche
Leistung der elektrischen Zentralen 8300 KW
nicht übersteigt. Von den 693 städtischen Zentralen waren
nur sieben mit einer Leistung von 5000 bis 10000 KW vertreten
und nur ll erzeugten über 10000 KW, während in
Deutschland die normale Leistung einer städtischen Zentrale
200 000 KW beträgt. Naturgemäss stellt sich der Preis für
lie in solchen kleinen, veralteten Zentralen gewonnene
Energie bedeutend teurer als im Auslande. — Der Beleuchtungstarif
stand 1925 in Leningrad auf 20 und in
Moskau auf 15 Kop. pro Kwstd.
Die Rückständigkeit der russischen Elektroindustrie
wirkt sich selbstverständlich in sehr hohen Preisen für ihre
Erzeugnisse aus. So liegen die russischen Preise für Transformatoren
um 200%, Dieselmotoren 222%, Sparlampen
170%, Halbwattlampen 36500, Wechselstrommaschinen bis
100 KVYA um 170% über den deutschen Preisen. Die Liefemungen
werden nicht nur äusserst unpünktlich ausgeführt,
sondern auch die Qualität der Erzeugnisse ist sehr minderwertig.
In der Zeitschrift „Planowoje Chosjaistwo“
(Die Planwirtschaft) Nr. 4 vom Jahre
1925 schätzt Professor Strumilin den Wert
der Ausrüstung der gesamten russischen Industrie
im Jahre 1913 auf 2365 Mill. Rubel,
wovon bereits damals etwa 33% abgenutzt
waren, d. h. der Wert der betriebsfähigen
Ausrüstung Fepräsentierte einen Wert von
nicht mehr als 1590 Mill Rubel. — Ungeachtet
der bedeutenden Kapitalinvestionen
bei der russischen Industrie während
der Kriegszeit (etwa 565 Mill. Rubel wurden
allein für die Ausrüstung ausgegeben)
ergabsich infolgeder Abnutzung und unterlassenen
Erneuerung während der Revo-Lution
und später gegen. Ende des Jahres