Full text: Bedarf und Absatzmöglichkeiten in Sowjetrußland

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Die Bearbeitung des russischen Marktes 
Wie aus den vorstehenden Aufsätzen hervorgeht, ist 
unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Bearbeitung von 
Sowjet-Russland in einer ganz anderen Weise notwendig, 
als dies vor dem Kriege der Fall war oder wie dies heute 
bei anderen Ländern mit normaler Wirtschaft möglich ist. 
Auf der anderen Seite aber ist die Tatsache nicht zu be- 
streiten, dass innerhalb der nächsten Zeit, nämlich inner- 
halb 6 Monaten oder innerhalb 6 Jahren, 
Russland als der bedeutendste Käufer auf dem Weltmarkt 
auftreten wird, und zwar für Industrie- und Landwirt- 
schaftsmaschinen und -Geräte, für Bedarfsartikel der breiten 
Bauernmasse, Fertigprodukte und Halbfabrikate, Rohstoffe 
and Kleidung. Es ist deswegen für die deutsche Industrie un- 
bedingt erforderlich, diesen Markt im Auge zu hehalten und 
sich weiter zu orientieren über die Absatzverhältnisse und 
die ganze wirtschaftliche Struktur des Landes. Es ist 
ferner notwendig, dass die Fühlung zwischen der deutschen 
Industrie und dem russischen Abnehmer, Händler sowohl 
als Fabrikanten, angebahnt und aufrechterhalten wird. 
Aus dieser Erkenntnis heraus wurde die Zeitschrift 
„Ost-Export“, die ja dem Handel zwischen Deutschland 
und sämtlichen osteuropäischen Ländern, wie Skandinavien, 
Randstaaten, Polen, Mitteleuropa und Balkan dient, seit 
1920 auch an ein ständig ergänztes Adressenmaterial in 
Sowjetrussland versandt, und zwar an alle behörd- 
lichen. Stellen, Trusts, Genossenschaften, Industriewerke, 
also an alle diejenigen Kreise, die überhaupt als jetzige 
oder spätere Abnehmer deutscher Industrieprodukte in Be- 
tracht kommen. Die technischen Aufsätze über deutsche 
Maschinen und Spezialerzeugnisse, die in dieser Zeitschrift 
in. russischer Sprache erschienen sind, haben in Russland 
besonderes Interesse erweekt.
	        
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