3G5
Österreich - Ungarn (Bergbau).
I>. Bergbau.
Au Mannigfaltigkeit der Erze und an
drer Mineralien übertrifft die Monarchie
bielleicht alle übrigen europäischen Staa
ten, doch sind die Lagerstätten in vcrhält-
ņismästig geringem Maß benutzt. Ohne
Rücksicht auf den Ertrag nutzbarer Steine
und Erdarteu mag man den Geldwert der
Montanprodukte auf mehr als 240 Mill.
Mk. jährlich veranschlagen, wovon auf
huttenmaßig verarbeitete Erze 86 Mist.,
gala 68 9WU., 4(i Wiß.,
Braunkohlen 40 Mill.Mk. entfallen. Am
reichsteil sind Ungarn mit 51,6 Mill., Böh
men mit 51 Mill., Galizien mit 27 Mill.,
Siebenbürgen mit 20,6 Mill., Oberöster
reich mit 1 2,«Mill., Mähren mit 12,4 Mill.
Mk. Produktionswert, danach Kärnten,
Kram, Tirol, Salzburg u. a. Inl Berg-
und Hüttenbetrieb waren 1876 be
schäftigt: iil Österreich 91,056, in Ungarn
±4,917, zusammen 135,834 Personen.
Gold und Silber liefern hauptsäch-
llch Siebenbürgen und Ungarn, Silber
bor allem Böhnlen. Nach Soetbeer wur
den von 1493-1875 gefördert: 7,770,135
% Gilbet im Bert bon 1398,c Wiü. ^f.
und 460,650 kg Gold int Wert von
4285,2 Mill. Mk. In den letzten Jahren
Zeigte sich eine stete Zunahme derSilberaus-
beute in Böhmen, aber auch die Golderträge
habe» zugenommen. Die Gewinnung Voll
Gold betrug (in Kilogrammen):
Österreich Ungarn Zusammen
1870: 13,6 1890,0 1903,6
1877: 8,7 1704,7 1713,4
1878: 10,9 1807,2 1824,l
1879 stieg der Goldertrag Österreichs auf
17 kg. Die Silbererträge, welche frü
her mehr aus Ungarn kamen, lvcrdcn jetzt
vorzugsweise von Österreich geliefert. 1871
stammten von einem Gesamtertrag von
'46,468,5 kg Silber aus Österreich 16,341
kg, ausUngarn20,l27,5kg. Jetzt hat sich
das Verhältnis umgekehrt. Es kamen ans :
Österreich Ungarn Zusammen
1876: 25166,0 22784,4 47950,4
1877: 27168,9 20506,4 47675,3
1878 : 29090,5 19571,1 48661,0
4879 war Österreichs Silbergewinnnng
stuf 29,534,7 kg gewachsen. Während Ein
fuhr und Ausfuhr von Gold 1879 und
1880 ziemlich konstant blieben, die erste
mit ca. 42,5 Mill., die zweite mit 6,5 Mill.
Mk., fiel bei Silber die erste von 82,7 Mill,
auf 13,9 Mill. Mk., während die zweite
von 9,9 Mill. auf 30,7 Mill. Mk. stieg.
Mit guten E i f c n e r z e n ist Ö. reich be
dacht, sie finden sich in den Alpenländern
(von vorzüglicher Güte in Steiermark),
in den Sudeten und Karpathen. Die Ge
samtförderung erreichte 1873 ihren Höhe
punkt mit 1,588,256 Ton. im Wert von
13,099,888 Mk., sank aber von da ab und
betrug 1879 nur 628,246 T. Früher
führte Österreich beträchtliche Mengen von
Erzen ein, 1872 noch 15,675 T.; jetzt über
steigt die Ausfuhr (1866 erst 22 T.) die
Einfuhr sehr ansehnlich. 1880 wurden
Eisenerze eingeführt 259,094 Ctr., aus-
Q#)rt 508,322 Gtr.
Kupfererze liefert hauptsächlich Un
garn , in geringerm Maß Tirol, Steier
mark, Kram; Zinn Böhmen ; Zink Gali
zien, Krain, Kroatien; Schwefel Kroatien,
Galizien, Böhmen; Graphit Böhmen,
Steiermark, Mähren und Nicderösterreich ;
andre Produkte sind: Antimon, Schwefel
erz, Alaun, Vitriolschiefcr, Asphalt, Pe
troleum in Galizien, doch werden die dor
tigen reichen Erdölquellcn noch sehr wenig
ausgebeutet und dorthin sogar moldaui
sches und walachisches Petroleum impor
tiert. Österreich (ohne llngaru) produ
zierte 1879 aus seinen Werken: 86,795
Ctr. Schwefelerz, 1,171,249 Ctr. Alaun
und Vitriolschiefer, 34,337 Ctr. Braun
stein, 114,909 Ctr. Graphit, wobei die
Heiden ersten Posten eine Zunahme, die
letzten eine Abnahme gegen das Vorjahr
zeigen. Der Handel mit den wichtigsten
Produkten gestaltete sich 1880 (in metri-
scheu (Initiiern): ^mstch, »Ģ
Bleierz 372 24728
Zinkerz 201 21985
Aïobsllt und Nickelerze 175 2326
Graphit 3356 84171
Mineralöle . . . .1148506 10113
Auch die Steinbrüche liefern bedeutende
Erportmengen von Kalk, Gips, Schiefer,
Marmor und andern Steinen sowie Er
den zum technischen Gebrauch.
Die Koh len Produktion Österreichs ist