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MWeikrukland it demnad) etwa fo groß wie Italien ober Groß-
dritannien (ohne Kolonien), es ijt zehnmal fo arok wie Belgien und
acdtmal jo groß wie Dänemark.
Man hat diefes Gebiet am 1. Januar 1919 auf 161% Millionen
Einwohner ge[hHäßt, von denen 70—90% Weikrulfen find. Diele von
weikrulfijdher Seite [tammenden Zahlen find wohl etwas zu Hoc) ge-
griffen, und rund 131/, Millionen dürfen den Tatiadjen eher ent-
Iprecdhen.
Die Weikruflen Haben nun noch Heute im groben und ganzen ihren
ur/prünglidjen Wohnlik an den Oberläufen des Mjemen, der Düna und
bes Dnjepr. Zwilden Polen, Litauern, Grok=- und Kleinrujjen ein-
gefeilt, Hatten fie feine Möglichkeit weiterer AMusbreitung. Die Weiß:
rufjen ftellen die im Laufe der Jahrhunderte am wenigjten veränderte
und deshalb altertümlidhite Form Mawijdhen VBolisdajeins dar. Ein
wichtiger Grund für die Erhaltung urfprünglidher Lebensformen ijt
in der NMatıur diefes Landes zu fucdhen, das dank feinen didten Wäldern
und unweglamen Mooren und Sümpfen fhwer zu durchdringen ift.
Erdfundlidh [Heiden fihH in Weikrukland Nord und Süd ziemlidh |Harf.
Nordweitlidh der Linie Breft-Minfk-Mohilew-Brianfk it die Landihaft
Hügelig und zeigt Härfere Umrijje. Dort befindet fiH au Weik-
rußlands hHöcjter Punkt, die Lyffa-Gora, der 343m über dem Waifer-
ipiegel gelegen ijt. Der erwähnte Höhenzug bildet die Walfer[heide
swilden dem Baltilden und dem Schwarzen Meere. Ins Baltilche
Meer fMlieken die Düna mit der Difna und der Njemen mit der Wilia,
ins Schwarze Meer ergiekt [iH der Dnjepr mit der Berejina, dem
Stofd und dem Pripet. Der Norden Weikruklands ift ein Seen»
gebiet und Zeigt tinpijdje eiszeitliHe Formationen. Diefe Seenplatte
ijt derfelben Art wie die mafurijdHen Seen und bildet offenbar deren
Nortjekung. Die größten der weikrulliihen Seen find: der Narotich-
See 5Sftlid von Wilna, der Drijwati-See füdliH von Dünaburg, der
Rafno-See füblidH von Refchiza und [üdliH von diejem der Ojweja-See.
hr Filhreihtum ijt bekannt. Während das Land nördliH der Walfer-
icheide fruchtbar ijt und die Bewohner Aderbau treiben, bietet der
Süden ein anderes Bild. Die Walfer[heide ijt als Endmoräne des
großen eiszeitliden Gletihers anzufehen, der fidH bis nad Weikruhland
hin eritredte, Das Land fübliH davon, das teils von Sümpfen, teils
von Wäldern bhededt ift, ilt der Grund des Glet}hermeeres, das [ih
dur) das Schmelzen des Eijes gebildet Hatte. Der Boden belteht
hier aus Teihtem Sand, und die Bewohner hefaffen fi Hauptjächlich
mit Viehzudht und Forktwirtfhaft. Der nördlidH des Oberlaufes der
Düna gelegene Teil Weißruklands ift mit devonifHen Sedimenten
(Dolomiten, Kalffanditein) bededt. Yn äukerften Often findet fiH Stein-
fohle. Sm allgemeinen herrIcht jedoch in MWeikrukland die Kreide