Full text : Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

GROTESKE REKLAMEIDEL

suchen etwas Absonderliches, um die Aufmerksamkeit in
erhöhtem Maße auf sich zu lenken. Abb. 132 zeigt ein Inserat,
durch welches beim ersten Eindruck eine Uhrenfabrik offenbar
in Mißkredit gebracht wird: der Zweck ist jedoch ausschließlich
der, durch dieses Kuriosum die Zeitungsleser zur besonderen
Beachtung des Inserates zu veranlassen.

Zugsverspäfung

durch eine
Zenth-Uhr

Kürzlich hat ein Reisender im Vertrauen auf
seine Zenith-Uhr seinen Zug versäumt. Es
hat sich bei der Untersuchung ergeben, daß
die Uhr, als sie zum Verkauf gelangte, nicht
genügend geölt war. Das ist bei einer X-Uhr
begreiflich; eine Zenith-Uhr aber, die den
Weltrekord für Präzision schlägt, sollte sich
diesen Scherz nicht erlauben. Es ist übrigens
dafür gesorgt, daß Reisende, die sich im
Besitz einer Zenith-Uhr befinden, in Zukunft
ihren Zug nur dann versäumen, wenn sie
vergessen haben, ihre Uhr — aufzuziehen.
Abb. 132. Groteskes Inserat.

Der berühmte. Reklamemeister Barnum („Aus dem
Leben Phineas Taylor Barnum“‘, Verlag Otto Wigand, Leipzig,
1924) trug nach Etablierung seines Zirkuses die Maske eines
in der dortigen Gegend als Frauenmörder berüchtigten
Pfarrers, Die Bevölkerung wollte ihn lynchen, eine Justiz,
die nur im letzten Moment verhindert werden konnte. Dieser
Vorgang und die Aufklärung dieses Mißverständnisses durch
ihn wird von Barnum als besonders zugkräftige Reklame für
seinen Zirkus in diesem Orte bezeichnet.
Ein anderes Mal beschättigte Barnum einen Bettler damit,
 daß er Ziegelsteine an verschiedenen, in der Nähe des
Zirkuses befindlichen, vom Publikum stark frequentierten
Stellen niederlegen ließ ; einen Ziegelstein behielt dieser Bettler
immer in der Hand und wechselte ihn auf seinem ständigen
            
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