Blasrohr. Verbrenmmgs- und Dampfwärme. 179
Amerikanische Lokomotiven sind vereinzelt sogar mit 7 qm und selbst 8 qm großen Rost
flächen ausgeführt worden. Neuerdings hat man nach englischem Vorbilde ziemlich all
gemein die Feuerbüchse unterhalb der Heizröhren mit einem kurzen Gewölbe aus feuer
festen Steinen ausgestattet, wodurch eine bessere Verbrennung, Schutz der Siederohrenden
und geringerer Funkenauswurf erzielt wird.
Die Verbrennungstemperaturen in der Feuerbüchse sind sehr hohe, man kann bei
Koksfeuerung 1300° 0, bei Steinkohlenfeuerung 1150° 6 annehmen. In die Rauch
kammer treten die Heizgase je nach Bauart des Kessels und der Fahrgeschwindigkeit mit
etwa 250 ° bis 500 ° 0. ein. Es werden ihnen also im Mittel 800 ° Wärme entzogen.
175. Kchmolspvr-Tcndcrlokomotive von 5675 kg Gewicht auf dem 8135 kg schweren Gußstück
der pamvfrytinder einer neueren amerikanischen Nieseniokomotive.
Wo bleiben diese? Feuerbüchse und Heizröhren sind ringsum von Wasser umgeben, und
Wasser verdampft bei 100 ° 6. Um das Erglühen der Bleche und die Gefahr einer
Kesselexplosion zu verhüten, muß das Wasser mindestens 10 am über dem höchsten Punkte
der Feuerbüchsdecke stehen. Da heutigestags in den Lokomotivkesseln ein Dampfdruck von
10 bis 12 Atmosphären Überdruck (— 10 bis 12 kg auf 1 qcm), auf manchen Bahnen sogar
von 15 kg auf 1 qcm erzeugt wird, so herrscht im Kesselinnereu — je nach dem Drucke —
eine Temperatur von 180 bis 200° 0. Mithin gehen die großen Wärmemengen, die
die Heizgase abgeben, in das Kesselwasser über und verwandeln es rasch in Dampf von
verlangter Spannung (vergl. hierüber auch S. 220).
Als Baustoff für die Feuerbüchse nimmt man der guten Wärmeleitung wegen in
Europa Kupfer; in Amerika wird meistens Flußeisen (in geringer Wandstärke) verwendet.
Für die Heizröhren wird dünnes Messing (England) oder besser Eisenblech von 2 b,s
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