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yeber dauernd treu geblieben ist. Während England nach
den Krisen 1837, 1857 und 1893, sowie im Sezessionskrieg
das ihm stammverwandte nordamerikanische Volk finanziell
im Stich ließ, haben die Niederlande, seitdem sie 1783 für
Frankreich einsprangen und die Anleihen der Union auf-
nahmen, einen großen Teil ihrer überschüssigen Kapitalien
dem Effektenmarkt dort zugeführt.
Es gibt freilich kein europäisches Land, in dem eine
zo genaue Kenntnis der amerikanischen Wirtschaftsverhält-
nisse herrscht wie in Holland, wo der Effektenhandel un-
beschränkte Freiheit genießt, Zulassungsstellen und Pro-
spekthaftung unbekannte Dinge sind, und jeder Kapitalist
für die Bonität seiner Anlagen selbst sorgen muß. Seine
Informationen bezieht er entweder aus den Handelszeitungen,
oder durch die Bankhäuser und zahlreiche Administrations-
oder Trustkontor genannte Gesellschaften, die seit Jahr-
zehnten den holländisch - amerikanischen Kapitalverkehr
leiten. Die bedeutendsten Bankfirmen für diesen Verkehr
waren 1913:
1. Lippmann, Rosenthal & Co. in Amsterdam,
2. Adolph Boissevain & Co. in Amsterdam,
Filiale in New York Boissevain & Co.
3.8. F. van Oss im Haag,
4, Alsberg, Goldberg & Co. in Amsterdam, eine Filiale
der New Yorker Bankfirma J. u. W. Seligman & Co.
Außerdem ist die 1901 mit einem Kapital von 20 Mill.
Gulden gegründete New American Bank in Rotterdam zu
erwähnen, /
Fast alle sechs-, sieben- und achtprozentigen bonds
amerikanischer Eisenbahnen sind an der Amsterdamer Börse
gehandelt worden. Während die Zahl der verschiedenen
Bondsgattungen 1898 erst 128 betrug, stieg sie 1906 auf
188, 1914 auf 255, d. h.. auf %4 aller ausländischen
Eisenbahnanteile (328) dieser Börse, und betrug dreimal soviel
wie die Zahl der niederländischen und kolonialen Eisen-
bahngesellschaften, die dort notiert wurden!). Indessen
nahm das Interesse für amerikanische Eisenbahnbonds
in den letzten Jahren vor dem Kriege mehr und mehr
ab, da die der gutfundierten Gesellschaften nur noch 4 %
Zinsen brachten. Die holländischen Kapitalisten wandten sich
:) S. F. van Oss, American Investments. Financial Review of Reviews.
Juni 1907.
Charles F. Speare, European Patronage for American Securities.
Moody’s Magazine. August 1909. 5. 94—96.
P. M. Cilissen, American Securities in Holland. Moody’s Magazine
Mai 1911. S. 309—315.
Ludger Brenninkmeyer, Die Amsterdamer Effektenbörse. S. 168/69.