Polizeilichen Amtshandlungen deutlich zu ersehen. So
wurden an solchen Amtshandlungen von der Wirtschafts-
polizei durchgeführt:
im Jahre 1022 1023 1024 1025 1026 und 1927
[ 16 2222 179 184 164
Bezeichhnend ist, es auch, daß im Jahre 1025 wegen
Mißbrauches von Rauschgiften 30 Personen in die psy-
diatrische Klinik (bzw. 35 in die Heilanstalt „Am Stein-
hof”) gebracht wurden. Im Jahre 1926 waren diese Zahlen
10 bzw. 13. Gelegentlich der Revision in den Räumen
einer Wiener Drogengroßhandlung konnte die Wirt-
Schaftspolizei feststellen, daß diese Firma im Zeitraume
“On nur drei Jahren 274 Kilogramm Kokain und 29 Kilo-
Sramm Morphium sowie 111 Kilogramm Heroin (Diacethyl-
Morphin) in den Handel gebracht hatte. Daß die Re-
Sierung die Notwendigkeit eines Abwehrkampfes erkannt
hatte, dürfte auch daraus zu entnehmen sein, daß das
Bundeskanzleramt mit Erlaß vom 20. März 1928,
/-101.370-9, die Polizeidirektion in Wien als
Österreichische Evidenzstelle für Rauschgift-
;adıen bestellt hat.
Die Verkehrspolizei.
Be rasche Entwicklung des Verkehres in den Nach-
A jahren stellte die Sicherheitsbehörde plötzlich vor die
ü gabe einer wirkungsvollen Verkehrsregelung, was ange-
ni dr des hnumerisch unzureichenden Standes der Wache
Zahl Seringe Schwierigkeiten bereitete. War doch die
von der Privatautomobile in den Jahren 1914 bis 1921
auf 1757 auf 3327, jene der Lohnautomobile von 170I
und 2415, jene‘ der Lastenautomobile von 512 auf 2415
Mic ne der Motorräder von 784 auf 3518 gestiegen.
liche leser Entwicklung hielten auch die verkehrspolizei-
ehe S Amtshandlungen gegen die Autofuhrwerke und
deran die Verkehrsunfälle Schritt, So zählte man an
N "ügen Amtshandlungen im
ähre 19109. 2.0... . 7.101 Fälle
(O2 9L600 „
1923. . 49.551 »
Bei 1924. ER. 57.265
fällen auerlicherweise kam es hiebei sehr oft zu Un-
zur Fr. Zn Verletzungen und auch den Tod von Menschen
Unfan, ge hatten. So ereigneten sich im Jahre 1924 an
80 *% durch Lohnautos 1045 (608 Verletzte, darunter
(548 Vaan und II tödlich), durch Personenautos 704
Motor Srletzte, darunter 83 schwer und 17 tödlich), durch
Lö N 220 (172 Verletzte, darunter 30 schwer,
Viele U ). Auch im Straßenbahnbetriebe ereigneten sich
(06 sah nfälle, und zwar 1092 (807 Verletzte, darunter
fälle (any 18 tödlich). Durch Radfahrer wurden 280 Un-
führwe TE Verletzte, darunter 14 schwer), durch Leicht-
durch San 388 Unfälle (darunter I5 schwer, 6 tödlich),
Unter > werfuhrwerke 191 Unfälle (121 Verletzte, dar-
stieg Pa Schwer und 3 tödlich) verursacht. Im Jahre 1925
Unfälle Gesamtzahl der durch den Verkehr verursachten
56 tödli For auf 3025 (617 Schwerverletzte, darunter
Mit dl ). Das Veberhandnehmen der Verkehrsunfälle
gend ichem Ausgang ließ energische Maßnahmen drin-
die geboten erscheinen. Es wurde daher im Jahre 1924
Mit grog nannte Verkehrskontrolle eingerichtet,
Optische Sn Erfolge wurden an wichtigen Kreuzungen auch
Ignalapparate aufgestellt.
Außerdem war die Polizeidirektion unablässig bemüht,
urch Erwirkung entsprechender Vorschriften eine Rege-
ıng des Straßenverkehres durchzusetzen. Hierher ge-
Ört auch die Ueberwachung und Einhaltung der bereits
012 erlassenen Gehordnung. Was diese Tätigkeit der
icherheitswache anbelangt, so wurden im Jahre 1922
vegen Nichtbeachtung der Gehordnung 078 Anzeigen,
923 088, 1924 1160, 1925 1301, 1926 2185 und 1027
'30 Anzeigen erstattet. Die Abnahme der Anzeigen im
»tzten Jahre dürfte zum Teile darauf zurückzuführen
ein, daß in vielen Fällen an Stelle einer Anzeige das
irganmandat Verwendung fand.
Die fortschreitende Entwicklung des Luftverkehres
at auch eine Mitwirkung der Polizei bei dieser mit
ölch ungeahnter Schnelligkeit fortschreitenden Errungen-
<haft veranlaßt. Dieser Notwendigkeit entsprang die
'haffung der Flugplatzinspektion in Aspern.
ie Zahl der Amtshandlungen der Flugplatzinspektion
st infolge der wachsenden Verdichtung des Flugver-
<ehres in steter Zunahme begriffen. So wurden im Jahre
927 durch die Flugplatzinspektion 4000 Flüge im flug-
»lanmäßigen Luftverkehre und 1285 sonstige Zweckflüge
'egistriert, die Maschinen flugpolizeilich abgefertigt, kon-
rolliert usw. 10.817 Personen wurden im Auslandsver-
sehre paßpolizeilich abgefertigt, hievon 5373 bei der
“inreise und 5444 bei der Ausreise, 504 Personen wurden
’ei sonstigen Flügen paßpolizeilich abgefertigt. Es wurden
40 Sichtvermerke, hievon I9. an Flugzeugbesatzungen, er-
eilt. Ferner wurden 107 Flugzeugführer und 145 Flug-
‚euge im Streckenverkehre und 86 Flugzeugführer sowie
;5 Flugzeuge im sonstigen In- und Auslandsflugbetriebe
rstmalig flugpolizeilich kontrolliert und ‘ vorgemerkt.
;chließlich wurden 190 flugpolizeilihe und 139 lokal-
‚olizeiliche Strafamtshandlungen, davon 21 durch Organ-
nandat, durchgeführt.
Die Bekämpfung der Prostitution.
Nicht geringe Wandlungen nahm die polizeiliche Tätig-
ceit auf dem Gebiete der Bekämpfung der Prostitution.
Die Zahl der kontrollierten Prostituierten im Jahre 1910
jetrug N33, im Jahre 1920 1387 und stieg somit im Jahre
920 um 29'6% gegenüber dem Jahre 1918, ohne jedoch
lie Zahl der kontrollierten Prostituierten im Jahre 1014
zirka 1800) zu erreichen. Es war aber die Prostitution nicht
urückgegangen, sondern sie hatte sich nur in eine „ge-
ı1eime” verwandelt, die wesentlich gefährlicher ist als die
;rwerbsprostitution. Sie breitet sich mit unheimlicher
taschheit aus und trägt ganz außerordentlich zur Ver-
»reitung der Geschlechtskrankheiten bei. In
veldhem Maße sich die Prostitution nach Kriegsende aus-
‚reitete, ergab sich daraus, daß im Jahre 1918 in Wien
;540, im Jahre 1919 6666 und im Jahre 1920 7627 Frauen
on polizeilichen Organen wegen Ausübung der unkon-
rollierten (sogenannten geheimen) Prostitution ange-
‚alten wurden. Von den Angehaltenen waren im Jahre
918 1480, also 26'4%, 1019 1725, also 25'9% und 1920
834, also 241° als geschlechtskrank befunden worden.
Die Zahl der Anhaltungen war gegen die Jahre 1912 bis
914 um mehr als das achtfache gestiegen und ein Viertel
ler Angehaltenen (in den Vorkriegsjahren etwa nur ein
“ahntel der Angehaltenen) war geschlechtskrank.
Dieses unheimliche Ansteigen zwang die Polizeibehörde,