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Werden von der deutschen Privatindustrie nur in sehr beschränktem
Umfange hergestellt; es dürften daher wohl vielen Fabrikanten zur
schnellen Herstellung solcher Konserven die nötigen Erfahrungen fehlen.
16 Armeeverwaltung müßte ihre in den Armeefabriken gesammelten
langjährigen Erfahrungen betr. der Zusammensetzung aller für die
a nnschaftsverpflegung im Kriege in Frage kommenden Speisen
die Gemüsemengen der einzelnen Bestandteile nebst genauesten
u bereitungs- und Kochvorschriften der Privatindustrie mitteilen,
damit diese in der Lage ist Versuche anzustellen und sich überdie Her-
ste llungsk osten zu_ unterrichten. Je bereitwilliger die Verwaltungen
er Armeekonservenfabriken ihre Erfahrungen der Privatkonserven-
’üdustrie mitteilen, desto eher werden greifbare Resultate in dieser
Wichtigen Angelegenheit, sowohl zum Vorteile der Armee Verpflegung,
VV,e zu §'unsten der deutschen Privatkonservenindustrie zu erreichen sein.
D. Der Fleischextrakt 1 ) und seine Herstellung.
Eine Konserve, im weiteren Sinne, welche in Deutschland stark
^'braucht, aber nicht auch in Deutschland erzeugt wird, bildet der
p eisc hextrakt. ln ihm werden einzelne wertvolle Bestandteile des
Reiches in ihrem ursprünglichen Zustande erhalten und zur sofortigen
^ er wendung zur Verfügung gestellt. Die Veranlassung zu seiner
er stellu n g in großen Mengen gab der große Fleischreichtum Süd
amerikas, den man für den Export nutzbar zu machen bestrebt war.
Berzelius hatte sich zuerst mit der Herstellung des Fleischextrakts
p 6 a _ u nd Bronst sowie Parmantier hatten ihn in größerem Maßstabe
lr die Verpflegung der französichen Armee hergestellt,
p Aber erst seitdem Justus von Liebig in seiner Arbeit über „die
es tandteile des Muskelfleisches“ die Zusammensetzung des Fleisches
n Aier erforscht hatte, und unter Hinweis auf die Bedeutung eines
J Eleisch bereiteten Extrakts für die menschliche Ernährung, den
c ^meinen Gebrauch des Fleischextrakts der europäischen Be-
elkerung angelegentlich empfahl, machte man Versuche, Fleisch-
^bakt aus einheimischem Fleische rationell herzustellen. Naturgemäß
Pj te sich der Preis von Fleischextrakt, aus teurem europäischen
e ‘sche hergestellt, sehr hoch, so daß man von dem Verfahren wenig
^brauch machen konnte. Nur in der Münchener Hofapotheke, deren
0f stand Dr. Pettenkofer, eine besonders gute Methode für den
ar mazeutischen Kleinbetrieb ausgearbeitet hatte, wurden schließlich,
P Aus Privatberichten der Kaiser!, deutschen Konsultate in Montevideo und Buenos
sowie nach Mitteilungen der „Extract of Meat Company“ in London.
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