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und versuchen, wo immer nur möglich, lebendige Fühlung
zu gewinnen und sie zu erhalten. Hierin werden sie unter
stützt durch die vielen Hilfstruppen, die von drüben zur
Information nach hier fortdauernd entsandt werden, und vor
allem auch durch das Material, das die Behörden in
Washington der Industrie und der Landwirtschaft wöchent
lich und monatlich, oft täglich, durch statistische und mono
graphische Berichte über einzelne Gewerbe, über Saaten
stand in der Union oder in fremden Ländern, belehrend und
ratend, mit Schnelligkeit und Sorgfalt zur Verfügung stellen
und, mehr als das, kostenlos ins Haus schicken.
Wer allerdings am grünen Tisch bleibt und erwartet,
daß ihn dort die Dinge aufsuchen, wird von einer wirk
samen Einflußnahme ausgeschlossen sein und sich der
allgemeinen Förderung undienlich erweisen. Solcher Ein
wirkung sich zu enthalten, mag vornehm scheinen; in
Wahrheit ist es nur bequem. Freilich ist der Untätige
sicher vor Begehung nachweisbarer positiver Fehler; doch
der größte Fehler ist die Untätigkeit selbst.
Schon bei Besprechung der wirtschaftlichen General
stabskarten im amerikanisch-deutschen Wettbewerb habe
ich darauf hingewiesen, daß uns der ganze Apparat
für eine richtige wirtschaftliche Interessenvertretung im
Ausland fehlt. Zu wenig ist von uns im rechten Augen
blick beachtet worden, daß die Zeiten unwiederbringlich
vorüber sind, in denen die Beziehungen von Staat zu Staat
fast bis zur Ausschließlichkeit politischer Art gewesen sind
und demgemäß am besten von Politikern und Diplomaten
aufrechterhalten und gepflegt wurden. Der Wirkungskreis
und das Aufgabengebiet dieser diplomatischen Vertreter
minderte sich ungefähr in dem gleichen Maß, in dem all
gemein die Verkehrsgeschwindigkeit zunahm, und, be
sonders in einzelnen Ländern, in dem Umfang, in dem die