Full text : 10 Jahre Wiederaufbau

zehoben werden muß, daß hieran alle Rassen
deteiligt sind. Wenn auch die schon weitgehend
lurchgezüchtete sowie im In- und Auslande
wegen ihrer Formenschönheit und Leistungshöhe
ntsprechend gewürdigte alpine Grau-Braunviehrasse
 heute das eindruckvollste Bild bietet,
30 sind doch die Fortschritte, welche die andeten
 ehedem noch etwas zurückgeblieben Rassen
im gleichen Zeitraume erzielten, verhältnismäßig
noch weiter reichend. So zeigt das Fleckvieh der
Bern-Simmentaler Richtung in manchen Zuchtgebieten
 eine züchterische Höhe, die rückhaltlose
 Anerkennung verdient und diese auch von
Yachmännern des In- und Auslandes bereits
gefunden hat. Das gleiche gilt vom Pinzgauer
Rind mit der besonderen Betonung, daß die aufallende
 Qualitätsverbesserung bei dieser Rasse
1ahezu im gesamten umfangreichen Zuchtgebiete
vor sich gegangen ist. Auch die Entwicklung
der Zuchten des Murbodner Rindes, des Blondviehes
 sowie des Waldviertlerschlages muß im
Hinblickke auf die hiebei in Betracht kommenden
Verhältnisse den Züchter und Kenner mit Befriedligung
 erfüllen. Die in den letzten Jahren bei allen
Rinderrassen im Vordergrund des Interesses stehende
 Milchleistung hat bei der landesüblichen,
der Hauptsache nach nur aus Gras und Rauhfutter
destehenden Ernährung im Durchschnitte folgende
Höhe erreicht: alpines Grau-Braunvieh 2800 bis
3000 Liter, Fleckvieh 2400 Liter, Pinzgauer 2300 bis
2400 Liter, Murbodner und Blondvieh 2200 Liter.
Hiezu wird bemerkt, daß in hervorragenden Leistungszuchten
 und bei Kraftfuttergaben die Durchschnittsrträge
 wesentlich höher und daß KEinzelleistungen
von 4000 bis 6000 Liter heute überhaupt keine
Seltenheit mehr sind. Bei dieser Gelegenheit sei auch

dinzgauer Stier „Leo’

SHOT

Zuchtvieh der Fleckviehrasse

ın dieser Stelle an die Kuh Bella des früheren Herrn
zZundespräsidenten erinnert, welche mit einer Jahreseistung
 von ILIO3 Kilogramm Milch für Europa geadezu
 einen Rekord aufgestellt hat. Die großen
\usstellungen der letzten Zeit haben vor aller Oeffentichkeit
 den Beweis für den Hochstand unserer Rindiehzucht
 erbracht. Durch Rassen- und Leistungsıucht
 sowie durch die Leistungskontrolle sind die
Zestände wertvoller und leistungsfähiger geworden,
io daß sie der Konkurrenz mit den hochstehenden
Auslandsrassen immer mehr gewachsen sind.
Auch die Pferdezucht wurde alsbald wieder mit
srößtem Eifer aufgenommen. Sie gestaltete sich derırt
 Jebhaft, daß bereits in den Jahren 1922 bis 1024
‚on Veberproduktion gesprochen wurde. Mit Ausı1ahme
 von Wien, wo der Pferdestand aus den oben
‚ereits angeführten Gründen wesentlich zurückgegangen
ist, kann in den übrigen Bundesländern
eine Verringerung der Stückzahl nicht
peobachtet ; werden. Wie durch den
Ausbau der Eisenbahnen wird auch
durch die fortschreitende Anwendung
der Elektrizität, der Kraftfahrzeuge und
WVotoren nach den bisherigen Erfahrungen
 das Pferd, zumal im Landwirtschaftsvetriebe,
 nicht zurückgedrängt. Besonders
 im Gebirgs- und Hügelland kann
es nicht entbehrt und anderweitig voll
ersetzt werden. Im Interesse der heimischen
Landwirtschaft ist daher die Pferdezucht
eine unabweisliche Notwendigkeit, weshalb
 auch der Pflege derselben fortzesetzt
 die vollste Aufmerksamkeit zugewendet
 wird. Oesterreich genießt den
Vorzug, im größten Ausmaße seines Gebietes
 über die bodenständige norische
oder Pinzgauer Pferderasse zu verfügen,
welche als schwere Rasse jedenfalls eine
            
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