Alt-Rigas gewerbliches Leben.
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einem rigischen Kaufmanne gehörte, in England erwähnt’. Hei so
weit ausgedehnten Verbindungen mochte man von der Überzeugung
ausgehen, dass für einen dauernd erfolgreichen Absatz nach Aussen
eine Kontrole der zu verschiffenden Waare unentbehrlich war.
Sie bot Gewähr für die gleichmässige Güte des Products und den
Absendern die Hoffnung, die einmal eroberte günstige Stellung
nicht zu verlieren. Nichts beweist die weite Verbreitung der Ansicht
von der Richtigkeit dieser Wrake besser, als dass allmählig immer
mehr Waaren in ihren Bereich hineingezogen wurden. In dem
Maasse vermuthlich als der Handel mit einzelnen Waaren sich ent
wickelte, wurde er der Kontrole unterworfen, wie das Beispiel vom
Plachs und Hanf zeigt. Auch fiscalisch wurde die Wrake bedeutend.
Oie Aschenwrake ergab 1492 130 Mark*, 1549 aber nicht weniger
als 13000 Mark und die Teerwrake brachte in dem letztgenannten
Jahre 3(x) Mark®. Auf die allmählige Ausdehnung der Wrake wird
fiie Errichtung des Wrackhofes oder Wrackhauses zurückzu
führen sein, von dem man 1514 zuerst erfährt^. Dieser Wrackhof
befand sich an der Düna, von der Lastadie durch einen Holzraum
getrennt, gegenüber einem „Ord toschen beiden bruggen, als man
nniine den kalvergraveti geit^.
Dienten alle diese Anstalten der Ausfuhr, so erscheint in einem
Salzkeller (soltrum) 1542®, in der Nähe der Fleischscharren, eine
Einfuhr nutzbar gemachte Anlage. Gewiss gab es mehrere
solcher Keller in der Stadt.
Oür Handel und Gewerbe gemeinsam, für Gross- und Klein
handel, waren die Münze, die Waage und die Zollbude bestimmt.
Oie Münze {de munie, de muni he hove, der sind, eines erbarcn
yadts muntkusse) befand sich in der Kalkstrasse’ und erstreckte
Sich nach hinten bis in die jetzige grosse Münzgasse. Als einen
zeitweiligen Inhaber lernen wir Diderik Meteler, den Jungen,
Gnnen, der das Gebäude 1498 für 18 Mark jährlich miethet®. An
seine Stelle trat 1503 Wilm Munter, der 25 Mark jährlich bezahlen
Höhlbauin, Hansisches Urkb. i, Nr. 1179.
g Napiersky, Lib. red. Ill, 177.
Böthführ, Jürgen und Caspar Padels Tagebücher in Mittheilungen a. d. livl.
,3, S. 333.
^ Napiersky, Erbeb. II, 286.
® Napiersky, Erbeb. II, 701, 780.
Napiersky, Erbeb. II, 879.
Napiersky, Erbeb. I, 877; II, 39, 54 u. s. w. Lib. red. III, 8.
® Napiersky, Lib. red. III, 143.