Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

Ausfuhr jedoch mit 5413°%, also mit über der Hälfte des 
gesamten Warenverkehres teilnehmen. Was dies im 
Wirtschaftsleben bedeutet, braucht wohl nicht näher er- 
örtert zu werden. Aber auch der Geldwert von 12'88% 
des gesamten Ausfuhrwertes ist schon mit Rücksicht auf 
die übrigen Vergleichsziffern ganz bedeutend. 
Der Eigenbedarf an Holz ist statistisch noch nicht 
erfaßt. Es wurde jedoch versucht, für das Jahr 1926 den 
Verbrauch im allgemeinen zu erheben. Der Nutzholzver- 
brauch kann demnach gegliedert werden: 
Landwirtschaft (errechnet‘ 430.000 Be- 
triebe ä I’5 fm) 0.0.0.0... 645.000 fm 
Papierindustrie . ...0.0.0..0... 1,500.000 „ 
Sonstige holzverarbeitende Industrien 
(ohne Sägeindustrie) ...... 150.000 
Gewerbe 2.0. 0.00.0000.00..00.000 400.000 ,„ 
Eisenbahn und Post. ....... 200.000 
Bergbaue . 2. .... x 115.000 
Sonstiges. . .0.0.0..0.0.. 04 - 190.000 
zusammen . . . . 3,200.000 fm 
Der Brennholzbedarf kann nur ziffernmäßig errechnet 
werden. Ein landwirtschaftlicher Betrieb braucht im 
Durchschnitt mindestens zehn Festmeter Brennholz. Für 
die übrige Bevölkerung muß pro Kopf mindestens ein 
Drittel Festmeter gerechnet werden. Es ergibt sich dem- 
nach folgender Brennholzbedarf: 
Landwirtschaftliche Betriebe . . . . 4300.000 fm 
Sonstige Bevölkerung ...... . 1500.000 ,„ 
Eisenbahnen und dergleichen . . .. 200.000 „ 
zusammen . . . . 6,000.000 fm 
Der Eigenbedarf errechnet sich demnach an 
Nutzholz mit . . 0.0.0.0... . . 3,200.000 fm 
an Brennholz mit ........ . 6,000.000 „ 
zusammen mit . . 0,200.000 fm 
Demgegenüber steht ein jährlicher Ge- 
samtzuwachs. von. ....... 0,320.000 „ 
wovon entfallen auf Nutzholz . . . . 5,750.000 ,„ 
auf Brennholz . . . 3,570.000 . 
Es ergibt sich demnach ein Ueberschuß 
an Nutzholz von. ...... . 2,550.000 „ 
-in Abgang an Brennholz von . . . 2,430.000 ,„ 
Der Abgang an Brennholz wird gedeckt zum geringen 
Teil aus dem Nutzholz, dann aus den Abfällen bei der 
Verarbeitung des Nutzholzes, weiters auf Waldboden 
aus Klaub- und Leseholz, aus Erziehungs- und Pflege- 
hieben und schließlich zu ganz bedeutenden Teilen auf 
Nichtholzboden, so zum Beispiel aus Obstgärten, be- 
stockten Feldrainen und dergleichen. Jedenfalls kann 
ıngenommen werden, daß etwa 2 bis 2,500.000 fm 
Nutzholz frei sind. 
In welcher Weise die Forstwirtschaft zur Belebung der 
1olzverarbeitenden Industrien beigetragen hat, mögen 
:olgende statistische Daten, die sich auf die wichtigsten, 
ı1ämlich auf die Säge- und Papierindustrien beziehen, 
ıachweisen. Das heutige Oesterreich (ohne Burgenland) 
hatte in der Vorkriegszeit 761 Dampf- und Wassersägen 
mit Bundgattern sowie 4644 einfache Wassersägen. Nach 
den Erhebungen im Jahre 1926 sind in diesem Gebiete 
aufgenommen worden 1572 größere Sägewerke (mit 
wenigstens einem Vollgatter) und 4230 einfache Wasser- 
jägen. 
Es waren demnach: 
in der Vorkriegszeit 
5405 Sägen mit 877 Bund- und 4708 einfachen Gattern 
im Jahre 1926 
5802 Sägen mit 2035 Bund- und 4469 einfachen Gattern 
es ergibt sich demnach ein Zuwachs von 
3907 Sägen mit 1158 Bundgattern 
und ein Abgang von 
320 einfachen Gattern. 
Wie aus diesen Ziffern zu entnehmen ist, hat teil- 
weise eine Umwandlung bestehender Wassersägen mit 
änfachen Gattern in höherwertige mit Bundgattern und 
zum Teile eine Neuerrichtung von Sägewerken statt- 
zefunden. Ueber die Leistungsfähigkeit der Sägen in der 
Vorkriegszeit stehen keine Daten zur Verfügung. Jeden- 
alls hat sich dieselbe außerordentlich vermehrt, was 
ich schon aus dem Zuwachs der Vollgatter um weit 
iber 100% ohne weiteres ergibt. Dabei darf auch nicht 
ußeracht gelassen werden, daß die Leistungsfähig- 
zeit der modernen Gatter jene der Vorkriegszeit über- 
rifft, Soweit erhoben werden konnte, beläuft sich die 
etzige (Stand 1926) Leistungsfähigkeit der Sägewerke 
desterreichs bei achtstündiger Arbeitszeit auf den Ver- 
;chnitt von rund 6°5 Millionen Festmeter Rundbolz, 
wovon auf die größeren Sägewerke 5°2 Millionen, auf 
lie einfachen Wassersägen 1’3 Millionen Festmeter ent- 
fallen. 
In der Vorkriegszeit wurden im heutigen Oesterreich 
‚52 Holzstoffabriken verschiedener Art gezählt, die im 
lahre rund 0°9 Millionen Festmeter verarbeitet haben. 
m Jahre 1026 sind 142 derartige Fabriken gezählt 
worden mit einem Verhrauche von I°5 Millionen Fest- 
netern Holz. Wenn auch die Zahl dieser Holzindustrie- 
xtablissements eine Verminderung erfahren hat, so ist 
lennoch ihr Verbrauch an Holz um rund 67% gestiegen. 
Vebenher sei noch bemerkt, daß auch das Endprodukt 
ainer immer größeren Verecdlung zugeführt wird. 
Der Wald als Wohlfahrtsobjekt. 
In Oesterreich ist man schon lange zur Erkenntnis 
zekommen, daß der Wald nicht allein als Wirtschafts- 
>bjekt angesehen werden kann, sondern daß der Wald 
lurch seine Wohlfahrtswirkungen, insbesondere in den 
\lpenländern, für die Allgemeinheit von außerordentlicher 
Zedeutung ist. Zu dieser Erkenntnis haben auch die 
ijußerst nachteiligen Folgen der Waldverwüstungen in 
‘en romanischen Ländern nicht unwesentlich beigetragen. 
Jiese Wohlfahrtswirkungen bestehen im wohltuenden 
influß des Waldes auf Klima, Wasserwirtschaft und 
)}odenkultur, auf die Abwendung der mit meteorischen 
Catastrophen verbundenen Gefahren und auf das Wohl- 
7efinden der Menschen in hygienischer und ästhetischer 
3Zeziehung. Im Gebirge ist der Waldbestand die Vor- 
ıussetzung für die Bewohnbarkeit der Gegend über- 
aaupt. Es ist eine Erfahrungstatsache, daß mit der 
Naldgrenze auch die Möglichkeit der landwirtschaft- 
ichen Nutzung nach der Höhenlage zu- oder abnimmt. 
Berücksichtigt man überdies, daß alle Maßnahmen, die 
ıeute auf waldbaulichem Gebiete zur Ausführung gelangen; 
rst nach Generationen das Wirtschaftsleben künftiger 
‚eschlechter zum Vor- oder Nachteil beeinflussen werden; 
{ann muß man zur Frkenntnis kommen, daß der Staat 
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