lassen hat. Solche sind wohl zum Beispiel durch Holzautzungen
in der Zeit der Holznot und des Kriegsverbrauches
entstanden, die leider vielfach bestgelegenste
und schönste Bestände gekostet haben. Die
Nähe Wiens hat wohl darunter am meisten gelitten,
aber infolge der großen Reproduktionskraft der Laubholzbestände
des Wienerwaldes sind die Schäden
bereits wieder derartig verwischt, daß sie — wenigstens
{ür die Betrachtung aus der Ferne — kaum mehr
bemerkbar sind.
Die Staatsforstverwaltung hat seit jeher — ehe noch
die offizielle Naturschutzbewegung auftauchte — dem
Naturschutzgedanken und der Forderung nach Erhaltung
der Waldschönheit in ihren Betriebsmaßaahmen
nach Möglichkeit Rechnung getragen und hat
sich hierin auch in der Nachkriegszeit nichts geändert.
Zum Beispiel geben die weltbekannten Seepanoramen
des Salzkammergutes, die im allgemeinen auf einer
Symphonie von Wasser, Fels und Wald beruhen,
sin Zeugnis dafür, daß die Bundesforste, in deren
Bereich die meisten der die Salzkammergutseen umschließenden
Wälder liegen, es verstanden haben,
die Schönheit des Landschaftsbildes zu bewahren.
Auch die Tierwelt wurde von der Bundesforstverwaltung
so weit als möglich geschont. Die Jagden
und Fischereien gehören zu den schönsten Zweigen
der österreichischen Volkswirtschaft. Wie viel Geschichte
und kraftvolles Volkstum liegt denn nicht
darin seit den Zeiten des Kaisers Max, dem Vater
des edlen Waidwerkes? Verdankt die Natur ihre besonderen
Reize nicht gerade dem Umstande. daß das
Wild sie belebt?
Jagd und Fischerei haben. Oesterreich viel Freunde
Seworben. Ihrer Hege und Pflege hat die Bundeslorstverwaltung
von ‘jeher besonderes Augenmerk
3ewidmet. Der Krieg schaffte auch da große Verluste,
einmal in der Fläche, dann am Wild selbst.
Der durch den Weltkrieg verursachte Verlust an
Jagdfläche war ungefähr gleich dem Verlust an Waldläche
samt Nebengründen, der Verlust an Fischereiwässern
relativ geringer, da der Staat in vielen ab-Setretenen
Gebietsteilen kein Fischereirecht besaß.
Sonstige Schädigung erlitten Jagd und Fischerei nach
Kriegsende hauptsächlich durch jagdfeindliche Verördnungen
und unbefugte Ausübung der Jagd und
Fischerei. Diese Schädigungen sind als gegenwärtig
hereits größtenteils überwunden zu betrachten.
Derzeit beträgt die gesamte Jagdfläche der Oesterreichischen
Bundesforste rund 728.000 ha, und zwar
415.000 ha Waldland, 76.000 ha landwirtschaftliche
Gründe und 237.000 ha unproduktives Land; davon
ind rund 16.000 ha zur Arrondierung angepachtete
Fremdjagden (Gemeinde- und Privatjagden) und
27.000 ha zugesprochene Jagdeinschlüsse (Enklaven).
Von der Gesamtjagdfläche sind derzeit rund 641.000 ha
mit 308 Verträgen an Einzelpersonen und Jagdgesellschaften
verpachtet. Der Rest von 70.000 ha
wird in Eigenregie der. betreffenden 56 Forstverwal-‚ungen
bewirtschaftet, um dem eigenen Forstpersonal
ınd dessen Nachwuchs die unerläßliche Ausbildung
m Jagdbetriebe zu vermitteln, dessen Ueberwachung
oekanntlich zu seinen Dienstpflichten gehört.
Hier ist im wahrsten Sinne des Wortes erfolg-’eichste
Aufbauarbeit geleistet worden, worüber {olzende
Daten beredten Aufschluß geben.
Auf der Gesamtjagdfläche der Oesterreichischen
Bundesforste betrug der Wildstand Anfang der Jahre:
Jahr Hochwild Gemsen ARehwild Murmel- Hasen Auer- Birktiere
hähne hähne
1924 6398 16.018 9.454 947 4442 1349 939
1925 7286 17.023 9,790 1141 4437 1315 969
1926 8618 18.051 11.568 1124 4748 1408 1063
1927 9755 19.191 13.482 1497 5094 1464 11386
)emgegenüber betrug der Abschuß in den Jahren:
(924 404 1021 664. 41 1125 212 110
1925 407 1098 555 90 834 219 64
1926 503 1077 812 80 1055 306 1831
‘927 659 1247 1039 112 828 336 182
Von sonstigen Wildarten kamen zum Abschuß:
rahr Dachs Fuchs Marder Fasane Hasel- Reb- Schnep- Wasser
hühner hühner fen vögel
1924 30 399 164 27 35 23 99 242
1925 26 392 122 8 54 36 107 127
1926 45 366 217 41 81 43 67 195
1927 32 327 209 20 65 57 64 135
Der edle Jagdgeist, der in der Erhaltung einer wenig-;tens
in den wesentlichsten Punkten konservativen
agdgesetzgebung (vorallem Eigenjagd-Befugnis!) seinen
Niederschlag fand, — vereint mit dem vom berufenen
Versonale in alter Tradition geübten Jagdschutzdienst,
ıcht zuletzt die opferwillige Bereitschaft vieler Jagdiebhaber
des In- und Auslandes, namentlich ‘des
Deutschen Reiches, welche in weiser Selbstbeschränsung
die für eine mehrjährige Hege erforderlichen,
oft sehr namhaften Geldmittel zur Verfügung stellten,
vermochten es, daß in verhältnismäßig kurzer Zeit
ı1amentlich die Hohe Jagd in den Oesterreichischen
3Zundesforsten wieder auf die alte Höhe gebracht
werden konnte.
Die Fischerei der Oesterreichischen Bundesforste
ımfaßt gegenwärtig ungefähr 1900 km Fließwässer,
wovon 1600 km auf Bäche und 300 km auf Flüsse
antfallen. Hiezu kommt noch die Fischerei in Seen
nit einer Gesamtfläche von rund 5700 ha. Fast alle
Vischgewässer verlaufen entlang von Bahnstrecken,
straßen oder wenigstens Wegen. Sie haben zumeist
reie Ufer und sind bequem begehbar.
Das bedeutendste Fischereigebiet ist das Salzzammergut,
wo die Oesterreichischen Bundesforste in
len meisten Fischgewässern, darunter in den drei
zroßen Seen: Traunsee, Hallstättersee und Grundlsee
nit dem Toplitzsee. das Fischereirecht besitzen. Die
yundesforstlichen Fließwässer umfassen dort eine
lußstrecke von ungefähr 60 km im Traunfluß, von
len Quellzuflüssen der Traun bei Aussee angefangen
lußabwärts bis zum Traunfall unterhalb Gmunden,