den Nachweis einer praktischen Betätigung des
Hörers während der Ferialzeit geknüpft und mit den
naßgebenden Berg- und Hüttenwerken Oesterreichs eine
Vereinbarung wegen der Beschäftigung der Hörer in
dieser Zeit getroffen. Um den angehenden Bergingenieur
auch in die für den Betrieb so wichtigen Fragen der
Wirtschaft einzuführen, wurde der Lehrkanzel für
Mineralogie ein Lehrstuhl für „Bergbaubetriebs- und
Bergwirtschaftslehre” angegliedert. Die zahlreichen, mit
dem Berg- und Hüttenwesen in enger Beziehung stehen-
den sonstigen technischen Wissensgebiete finden an der
Hochschule eifrige Pflege und haben zur Errichtung ent-
sprechender Dozenturen geführt, die, vielfach ehrenamt-
lich, von hervorragenden Fachleuten der Bergbau-,
Hütten- und Elektrizitätsindustrie versehen werden. Die
einschneidendste Aenderung hat der Unterricht im Eisen-
hüttenwesen erfahren, indem nach Einrichtung eines
Laboratoriums für Eisenhüttenkunde und Metallographie
- dessen Ausstattung von Hüttenleuten des In- und
Auslandes wiederholt als mustergültig anerkannt worden
ist — Laboratoriumsübungen eingeführt und der Unter-
richt der praktischen Betätigung genähert wurde. An der
Lehrkanzel für Mineralogie wurde ein Laboratorium zur
Jntersuchung der physikalischen Eigenschaften der
Mineralien geschaffen; dort vorgenommene Versuche
iber das Verhalten der Mineralien in elektromagnetischen
eldern haben zu Ergebnissen geführt, die auch für die
»raktische Mineralscheidung von Wichtigkeit sind.
Durch Zuwendungen kamen alle Lehrkanzeln in die
‚age, ihre Sammlungen zu bereichern und ihre Lehr-
»ehelfe fortschreitend zu ergänzen. Verschiedene Zu-
ınd Umbauten ließen neue Räume gewinnen, so daß auch
'ie umfangreichen geologischen und Lagerstättensamm-
ıngen der Hochschule nunmehr zur Gänze zugänglich
‚jemacht werden konnten. Die Bücherei der Hodch-
chule, die mit Beginn des Studienjahres 1918/19 erst
7.000 Bände zählte, weist nun einen Bestand von über
10.000 Bänden auf.
An niederen Fachschulen für das Montanwesen besitzt
Jesterreich nur die Steiermärkische Landes-Berg- und
Jüttenschule in Leoben. Sie zerfällt in je eine Abteilung
ür Berg- und Hüttenleute, deren jede zwei Jahrgänge
ımfaßt. Die Anstalt, mit der auch ein Internat verbunden
st, dient zur Heranbildung eines tüchtigen Aufsichts-
jersonales und entnimmt ihre Zöglinge dem Arbeiter-
tande; die Mehrzahl der Schüler wird während der
Interrichtsdäuer von den Werken, welchen sie angehören,
Chalten,
Elektrischer Schaufelbagger am Erzberg
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