sich brächte. Die Verkehrs-
verwaltung verfolgt daher
in der Nachkriegszeit aus-
schließlich die Herstellung
einer Im-spurigen Lokalbahn
Landeck--Pfunds, die den be-
stehenden Verkehrsbedürf-
nissen des Oberinntales voll-
auf Genüge leisten würde
und in Zukunft einen ver-
kehrswirtschaftlich zweck-
mäßigen Anschluß an die eine
gleiche Spurweite aufweisen-
den rätischen Bahnen der
Schweiz finden könnte, deren
Endstation Schuls-Tarasp im
Jnter-Engadin 28 Kilometer
von Pfunds entfernt ist.
Die große wirtschaftliche
Bedeutung einer Erschlie-
3ung des Oberinntales, aber
auch der Umstand, daß in
ler Anfangsstrecke mit einem
Kapitalsaufwande von unge-
fähr S 1,500.000.— bereits
verschiedene, zum Teile sehr
wertvolle Bauwerke ausgeführt sind, die bei end-
zültiger Einstellung des Bahnbaues entweder dem Ver-
falle anheim gegeben wären oder aber weitere
Erhaltungs- und Sicherungsarbeiten erfordern, die ’all-
jährlich wesentliche, dabei völlig unwirtschaftliche Kosten
verursachen, hat die Bundesregierung bestimmt, in Er-
üllung der mehrerwähnten Zusage besonderer Vor-
sorgen für die während des Krieges oder vor demselben
begonnenen Bahnbauten zunächst wenigstens die Voll-
endung der ersten 17 Kilometer langen
Teilstrecke von Landeck bis Ried als
L m-spurige Lokalbahn unter Beihilfe aus Bundes-
mitteln in die Wege zu leiten. Eine Finanzierung dieses
Bahnbaues durch Bereitstellung von Beitragsraten zu
den Baukosten im Bundesvoranschlage, wie dies hin-
sichtlich der bereits besprochenen Bahnbauten mit Rück-
sicht auf die verhältnismäßig geringe Höhe der erforder-
lichen Bundeszuschüsse möglich war, konnte wegen der
Höhe der Baukosten der Lokalbahn Landec«k-Ried, die
wegen der erforderlichen zahlreichen großen Kunstbauten
und umfangreichen Uferschutzanlagen mit S20,600.000'—
zu veranschlagen sind, nicht bewirkt werden, weil dies bei
der Geringfügigkeit der Mittel, die für Fisenbahnneubauten
auf diesem Wege verfügbar gemacht werden können, zu
Bauzeiten von mehreren Jahrzehnten führen würde, was
weder vom bauökonomischen Standpunkt vertretbar wäre,
noch die örtlichen Verkehrsbedürfnisse befriedigen könnte.
Die Sicherstellung der Lokalbahn Landeck-Ried könnte
daher nur im Wege eines Sondergesetzes erfol-
gen, zu dessen Einbringung im Nationalrate sich die
Bundesregierung auch schon grundsätzlich bereit erklärt
aat.‘ Ueber die finanziellen Grundsätze eines solchen
Gesetzes, die eine entsprechende Mitwirkung des Landes
Tirol und der örtlichen Kreise an der Kapitals-
aufbringung vorsehen, sind auch bereits Verhandlungen
mit dem Bundeslande Tirol im Zuge.
Zeplante Lokalbahn Landeck-Ried, Ufermauer, Tunneleingang und Gärbersteg mit Schloß Landeck
Die Sondervorlage soll sich aber nach den Absichten
ler Bundesregierung nicht auf die finanzielle Sicher-
;tellung der Lokalbahn Landeckk-Ried beschränken, die
zZundesregierung hat vielmehr dem Lande Kärnten ihre
Zereitwilligkeit eröffnet, zur Einlösung eines im Jahre
0920 gegebenen feierlichen Regierungsversprechens in
liese Vorlage unter gewissen finanziellen Voraussetzun-
‚zen auch die Sicherstellung einer Verbindung der
„andeshauptstadt Klagenfurt mit dem Lavanttale durdı
len Bau der sogenannten Kärntner Ostbahn ein-
‚ubeziehen, deren Projekt zum größten Teile von
Zundesorganen bereits fertiggestellt ist.
Schließlich hat sich die Verkehrsverwaltung auch die
\usgestaltung der während des Krieges von der Heeres-
'‚erwaltung im Feistritztale in der Oststeiermark gebau-
en Bahnlinie von Birkfeld nach Ratten für den öffent-
ichen Verkehr angelegen sein lassen, indem sie sich
s‚rundsätzlich bereitfand, zu diesen Kosten einen nam-
ıaften Beitrag aus Bundesmitteln zu leisten.
Wenn man die Leistungen der Verkehrsverwaltung
ıuf dem Gebiete des Fisenbahnneubaues überblickt,
zann man ihr wohl die Anerkennung nicht versagen,
{aß sie in den letzten zehn Jahren mit den beschei-
lenen Mitteln, die ihr zur Verfügung standen,
zerhältnismäßig viel zuwege gebracht hat.
”reilich harren dessenungeachtet noch viele wirtschaftlich
1öchst wichtige und zum Teil mehrere Jahrzehnte alte
’rojekte der Verwirklichung. In dem Zeitpunkte, in dem
lie Finanzlage des Bundes die Mehrbelastung des
Zundeshaushaltes verträgt, die aus der zur Kapitals-
‚eschaffung für den Bau neuer Fisenbahnen unbedingt
ı1otwendigen Mitwirkung des Bundes erwächst, wird da-
1er die Verkehrsverwaltung zwecks Vorbereitung einer
liesbezüglichen Gesetzesvorlage unverzüglich Verhand-
ungen mit den Bundesländern aufnehmen, weil natür-
ıch das Kapitalserfordernis für die Sicherstellung aller