ihrer Größe oder Eigenart bemerkenswert sind. So wurde
m Jahre 1922 die bekannte Brücke über die Trisanna-
schlucht am Arlberg einer Verstärkung unterzogen,
Diese Brücke ist mit einer Stützweite von 120 Meter die
weitestgespannte Brücke Österreichs. Sie stammt aus dem
Jahre 1884 und genügte daher den gesteigerten Anfor-
derungen nicht mehr. Der unterhalb des wagrechten
Gurtes liegende Brückenteil stellt die Verstärkung dar.
Diese Arbeit wurde in der kurzen Zeit von sechs Monaten
ausgeführt.
Der umfangreichste Brückenbau der letzten zehn Jahre
war die Auswechslung der eisernen Tragwerke der
Donaubrüce bei Steyregg im Zuge der Bahn-
strecke Linz-Summerau. Hier wurde die über 50 Jahre
alte Brücke durch eine vollkommen neue ersetzt. Sie
jegt auf. den alten Pfeilern und besitzt fünf Strom-
Sffnungen von je 78‘84 Meter und zwei Seitenöffnungen
von je 2570 Meter Stützweite Die hiebei aufgewen-
dete Eisen- und Stahlmenge beträgt 2500 Tonnen.
Alle Arbeiten wurden bewerkstelligt, ohne daß der
Bahnbetrieb über diese Brücke eine nennenswerte Unter-
brechung erfahren hätte. -
Das Bestreben, Gutes mit billigsten Mitteln zu er-
reichen, führte auch zur Anwendung von Betoneisen-
iragwerken, namentlich bei Überfahrtsbrücken und Stegen.
Die Notwendigkeit, Signale und Stellwerke in
Hauptbahnhöfen raumsparend und mit möglichst
guter Übersicht aufzustellen, führte zur Anwendung
von Signal- und Stellwerksbrücken. Signalbrücken
allein sind zwar schon vor dem Kriege des
öfteren ausgeführt worden. Die erste Signalbrücke der
Österreichischen Bundesbahnen, die auch ein Stellwerk
trägt, wurde aber erst im Jahre 1025 im Wiener West-
bahnhofe errichtet.
Abgesehen von diesen durch die natürliche Entwick-
lung des Eisenbahnbetriebes bedingten Bauausführungen
ı:wangen auch Naturereignisse die Österreichischen
Jundesbahnen zur Entfaltung einer gesteigerten Tätig-
geit. Durch das im September 1027 aufgetretene große
Aochwasser im Oberlaufe des Rheins wurde der Bahn-
damm zwischen Feldkirch und Buchs in einer Länge von
ungefähr 350 Meter durchbrochen, wobei eine Flut-
öffnung der Rheinbrücke und zwei andere kleinere
Brücken zerstört wurden. Zur raschesten Schließung der
antstandenen Unterbrechung des Verkehrsweges in die
Schweiz wurden im Eigenbetriebe vier zerlegbare Fach-
werksbrücken der im Kriege mit Erfolg verwendeten
Bauart „Roth-Wagner” von je 45 Meter Stützweite ein-
zebaut. Weiters wurden sechs von den Schweizerischen
Bundesbahnen in dankenswerter Weise zur Verfügung
gestellte Tragwerke von je 20 Meter und vier Hilfs-
brücken von je 0°5 Meter auf 16 Holzjochen, alles inner-
nalb eines Zeitraumes von 53 Tagen hergestellt.
Die Änderung der politischen Grenzen durch den
Friedensschluß mit der Schaffung neuer Staatsgebilde in
der Nachbarschaft Österreichs brachte auch tiefgreifende
Änderungen der Verkehrsbeziehungen und Verkehrs-
wege mit sich; während früher der Hauptverkehr in
Österreich von Norden nach Süden verlief, bewegt er
ach nunmehr vorwiegend von Westen nach Osten. Dies
hatte zur Folge, daß manche Bahnanlagen, besonders
was die Anzahl und Länge der Gleise in den Bahnhöfen
betrifft, für die neuen Bedürfnisse nicht genügten, hin-
zjegen andere Bahnhöfe ihre Bedeutung völlig verloren.
50 erheischte zum Beispiel der Verlust der Bahnhöfe
;münd und Lundenburg die Errichtung einer neuen
\nlage in Gmünd-Stadt und die Ausgestaltung
les Bahnhofes Hohenau. Die Grenzführung bei
zmünd machte überdies eine Verlegung des dortigen
„Okalbahnhofes sowie die Herstellung von Verbindungs-
ichleifen für die anschließenden Strecken notwendig. Am
3renner mußte, da Österreich und Italien für den elektri-
;ichen Betrieb ihrer Hauptbahnen verschiedene Strom-
arten haben, nahe an der Grenze eine neue Ver-
sehrsstelle geschaffen werden, die den Namen „Bren-
ı1ersee” erhielt. Anläßlich der Einführung des
ılektrischen Betriebes auf den westlichen Bundesbahn-
trecken wurden erhebliche Umgestaltungen und Er-
veiterungen an den Gleisanlagen in den Bahnhöfen
Cufstein, Bludenz, Attnang-Puchheim und insbesondere
nnsbruck vorgenommen. Im letzteren, für den Fremden-
‚erkehr so wichtigen Bahnhofe, gelangten außerdem
nehrere zur leichteren Abwicklung des Personenver-
<ehres dienende Anlagen, wie Inselbahnsteige, ein Per-
;onentunnel, eine neue Eingangshalle und Räume für
lie Gastwirtschaft zur Ausführung.
Im Wiener Westbahnhofe bot die Auflassung der
TJauptwerkstätte und die damit verbundene Niederlegung
nes großen Teiles ihrer Gebäude die Möglichkeit für
ne weitausgreifende Vermehrung der Gleise, wobei
ıuch neue Bahnsteige eingebaut wurden. Im Zusammen-
ı1ange mit der Auflassung des Nordwestbahnhofes und
Überleitung des Personenverkehres auf den Nordbahn-
ı1of in Wien wurden dortselbst größere Erweiterungen
lurchgeführt, ebenso auch im Ostbahnhofe infolge der
*rrichtung eines zweiten Gleises nach Simmering. Als
Yorbereitung für die künftige Ausgestaltung des
Jauptbahnhofes in Graz ist die Erweiterung des
lortigen Verschiebebahnhofes und die bauliche Umge-
staltung des Personenbahnhofes zu erwähnen.
Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten stand die Er-
ıeuerung und Ausgestaltung der Sicherungsanlagen der
3ahnhöfe, und zwar sowohl der Zentralweichenstell-
anlagen als auch der Signaleinrichtungen. Es seien auf
liesem Gebiete nur die Einführung von Kraftstellanlagen
‘“ür die alleinige Bedienung durch den Fahrdienstleiter
ınd der Ersatz der Arm- und Scheibensignale durch
ıJektrische Lichttagessignale angeführt. Weiters wurden
lie Fernmeldeanlagen wesentlich verbessert, und zwar
Jurch Errichtung von Hughesfernschreibanlagen von
Wien über Linz und Salzburg nach Innsbruck und von
Wien über Graz nach Villach, eines Zentraltelegraphen-
»üros in Wien und von neun Fernsprechanlagen für den
3Zetrieb der Direktionen und größerer Bahnhöfe, von
lenen drei vollautomatisiert wurden. Auf den elektrisch
betriebenen Strecken wurden die Fernmeldeleitungen
zekabelt,
Hinsichtlich der Maßnahmen für Kreuzungen der Bahn
mit Straßen kann füglich behauptet werden, daß Öster-
:eich führend vorangegangen ist. Die Bevormundung
ler Wegbenützer bei den Übersetzungen der Bahn
wurde überall dort beseitigt, wo die Übersicht dies ohne
Gefahr für den aufmerksamen Wagenlenker oder Fuß-
zeher gestattete. Auf diese Weise wurden von den 4350
Jan