Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

Abb. 3. Pfänderbahn, Blick auf Bregenz‘ 
dem breiten Publikum das Höllengebirge in Oberöster- 
reich. Nahe den waldumsäumten Ufern des Traunsees 
erhebt sich das freundliche 
Gebäude der Talstation, das 
die Kabine im langsamen, 
sicheren Emporgleiten verläßt 
und das der Fahrgast bald 
aus den Augen verliert. 
Ruhig schwebt der Wagen 
aufwärts, vorbei an der ersten 
Stütze, fährt über Tal, Feld, 
Wiese und. Wald, belebt 
von tätigen Menschen, die 
sich, von dieser ansehnlichen 
Höhe von 500 m aus gese- 
hen, zwergenhaft ausnehmen, 
wie die ganze Gegend mit 
dem silbrigen Band der Land- 
straßen, den im Grünen 
versteckten Häuschen, dem 
friedlich weidenden Vich 
einer Spielzeugschachtel ent- 
nommen scheint. Die Spann- 
weite von 1400 m zwischen 
der Talstation und der er- 
sten Stütze wird mühelos überwunden, der Hochgebirgs- 
charakter tritt mehr und mehr hervor, Rudel von Gemsen 
beäugen das immer vertrauter werdende Schauspiel der 
näher kommenden Kabine, das kümmerliche Unterholz 
wird spärlicher und, am Gipfel angekommen, dehnt sich 
die weite Kette des Höllengebirges, die den tüchtigen 
Wanderer nicht zurückschreckt, wenn er durch deren Über- 
querung zu den blauen Wässern des Attersees gelangen will. 
Diesen vier Seilschwebebahnen schlossen sich in weiterer 
Folge die Seilbahn auf die Schmittenhöhe und die 
Kanzel an. Die Seilbahn Mariazell-Bürgeralpe 
unterscheidet sich von den vorherigen Bahnen dadurch, 
daß als Sicherheitseinrichtung anstatt der bei den übrigen 
Bahnen "verwendeten Tragseilbremse eine Bremse ver- 
wendet wird, die sich im Gefahrsfalle an ein eigenes 
Bremsseil klemmt, mit welchem die Wagen in die Station 
gezogen werden können. Die achte Seilschwebebahn 
Kitzbühel-Hahnenkamm in Tirol verwendet zum 
Unterschied von den bisher besprochenen Seilbahnen 
zwei Zugseile und zwei Gegenseile, die zu beiden Seiten 
des Tragseiles angeordnet sind, während die Bremsung 
wieder am Tragseil erfolgt. 
Die Seilschwebebahn auf den Patscherkofel ist wie 
die Mehrzahl der Bahnen nach dem anfangs dargestellten 
System Bleichert-Zuegg gebaut und führt von dem eine 
Stunde von Innsbruck entfernten Igls über die Mittel- 
«Umsteig-)station Heiligwasser auf den Patscherkofel. 
Eigentümlich: ist bei dieser Bahn der einseilige Betrieb, 
das heißt in jeder Teilstred&e Igls-Heilig wasser und Heilig- 
wasser—-Patscherkofel ist nur je ein Tragseil gespannt 
und jeder der beiden Wagen, durch ein durchlaufendes 
Zugseil verbunden, pendelt immer auf derselben Teil- 
strecke auf und ab, so zwar, daß die Wagen in der 
Mittelstation bei jedem zweiten Pendelspiel zusammen- 
kommen. Auf einer Gesamtlänge von 3737 m werden 
1047 m Steigung überwunden. Die große Länge machte 
eine Unterteilung notwendig, um beim gegebenen Auf- 
wand keine allzu geringe Leistung zu erhalten. Eine der 
;hönsten Seilschwebebahnen ist die Innsbrucker 
\bb. 4. Pfänderbahn, Berestation 
3-3 7
	        
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