und gegenwärtig in entscheidender Entfaltung
begriffen ist, d. h. demnächst über den bisherigen
Stand von 35 Fahrzeugen um 150 weitere Fahr-
zeuge vermehrt wird, für welche 2 Groß-Wagen-
hallen im X. und XV. Gemeindebezirke schon im
Bau sind, während eine dritte im II. Gemeinde-
bezirke in Kürze errichtet werden wird.
Die Gemeinde ist aber auch an ein altes Verkehrs-
problem der Stadt Wien herangetreten, das bishin
eine sehr wenig befriedigende Lösung gefunden hatte:
die Wiener Stadtbahn.
Dem dringenden Wunsche der Bevölkerung nach
Aufnahme des vollen Betriebes auf der Stadtbahn
konnte im Rahmen der Kommission für Verkehrs-
anlagen angesichts der erforderlichen Geldmittel für
eine zeitgemäße technische Ausgestaltung dieses Ver-
kehrsmittels nicht Rechnung getragen werden und so
entschloß sich die Gemeinde Wien im Jahre 1023,
die Stadtbahn auf eigene Kosten zu elek-
trifizieren und zu betreiben, um dadurch gleich-
zeitig eine teilweise Entlastung des Straßen-
bahnnetzes zu erreichen,
Wagenhalle des Betriebsgebäudes Rudolfsheim.. Innenansicht
Bei ihrer Erbauung (1892-1900) durch Rücksicht-
nahme auf militärische Forderungen mit: schweren
Geburtsfehlern. belastet, wies sie auch in ihrer besten
Zeit vor dem Kriege erhebliche Abgänge auf, welche
die drei zur Kommission für Verkehrsanlagen ver-
einigten Kurien: Staat, Land Niederösterreich und
Gemeinde Wien zu tragen hatten. ;
Die Wiener Stadtbahn, die mit Dampf betrieben
wurde, war anfangs Dezember 1918 infolge der Kohlen-
not vollständig eingestellt und erst im Jahre 1022
wurde der Verkehr in beschränktem Umfange (Über-
gangsverkehr von Hütteldorf über Meidlinger Haupt-
straße und die Gürtellinie nach Heiligenstadt zur
Entlastung des Westbahnhofes) wieder aufgenommen,
was jedoch für den innerstädtischen Verkehr fast
vollkommen wertlos war.
Zur Verminderung der Anlagekosten mußte sich
die Flektrifizierung auf die wichtigsten innerstädtischen
inien, also auf die Wientallinie, Gürtellinie und
Donaukanallinie mit den Endpunkten in Hütteldorf
und Heiligenstadt beschränken. Diese Linien waren
auch schon während des Dampfhbetriebes für die
Wiener Bevölkerung und für das finanzielle Ergeb-
nis des Stadtbahnbetriebes von ausschlaggebender
Bedeutung, was daraus: hervorgeht, daß von den 412
Millionen Fahrgästen, die im Jahre 1913 auf diesen
innerstädtischen Linien verkehrten, nur 6'25 Millionen
auf die anschließenden Lokalstrecken der Westbahn
und Franz Josefs-Bahn übergingen. E
Das Studium der Sachlage führte zur Überzeugung,
daß der Zusammenschluß der Stadtbahn mit
der Straßenbahn in betriebstechnischer und
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