Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

Bundes und des Landes Tirol von der Stadtgemeinde 
Innsbruck im Jahre 19025 erbaut wurde und von der 
Tiroler Flugverkehrsgesellschaft in Innsbruck betrieben 
wird. Auch die Stadt Salzburg hat mit Verwendung 
des Maxglaner Exerzierplatzes im Jahre 1926 einen Flugplatz 
arrichtet, wodurch es ermöglicht wurde, auch die west- 
lichen Bundesländer in den Luftverkehr einzubeziehen. 
Eine der wichtigsten Aufgaben, die der staatlichen 
_uftfahrtverwaltung erwuchs, war die Einrichtung einer 
entsprechenden Flugsicherung durch Schaffung des 
erforderlichen Flugwetter- und Flugfunkdienstes. 
Die Einrichtung eines besonderen Flugwetterdienstes war 
deshalb unerläßlich, weil der allgemeine staatliche Wetter- 
dienst den besonderen Erfordernissen des Luftverkehres 
aicht genügen konnte. So wurde bereits im Jahre 1924 zur 
Sicherung des Betriebes der Flugstrekke Wien-München 
ebenso wie auf dem in Deutschland gelegenen Teil auch 
auf der österreichischen Teilstredse vom Bundesmini- 
sterium für Handel und Verkehr als oberster Luftfahrt- 
dienststele ein eigener, von mehreren auf der Strecke 
gelegenen Postämtern und anderen Stellen täglich mehr- 
mals durchgeführter Flugwetterbeobachtungs- und -melde- 
dienst eingerichtet, der dann im Laufe der Zeit in 
zleichartiger Weise auf alle wichtigen, regelmäßig betrie- 
benen österreichischen Flugstrecken ausgedehnt wurde. 
Zur Besorgung dieses vom Standpunkte der Ordnung 
und Sicherheit der regelmäßig betriebenen Linien un- 
srläßlichen Flugsicherungsdienstes stehen nunmehr neben 
den in entsprechender Verteilung und Anzahl vorhandenen 
Flugwetterbeobachtungs- und -meldestellen drei eigene, 
auf den drei wichtigsten österreichischen Flugplätzen 
Aspern, Annabichl und Innsbruck errichtete Flug- 
wetterwarten zur Verfügung, die mit fachkundigen 
Meteorologen besetzt sind und ihren Dienst in engster 
Zusammenarbeit nach Art des als vorbildlich aner- 
Kgannten deutschen Flugwetterdienstes versehen. So ist 
es nunmehr auch in Österreich möglich geworden, 
jedem Verkehrsflugzeug unmittelbar vor seinem Abfluge 
einen Wetterzettel mitzugeben, der einerseits die für 
den Flug wichtigen Angaben über die Wetterlage. auf 
der Flugstrecke und andererseits eine Voraussage über 
die sich wahrscheinlich ergebenden Wetteränderungen 
anthält. Ebenso ist ein eigenes österreichisches Flug- 
funknetz errichtet worden, dem sowohl in Aspern als 
auch in Annabichl und Innsbruck ganz modern ein- 
gerichtete Funkstationen mit allen für den Flugbetrieb 
erforderlichen Sende- und Empfangsanlagen zur Ver- 
fügung stehen. Die Einrichtung eines entsprechenden 
Flugfunkdienstes ist in Österreich um so wichtiger, als 
zerade in Österreich mit seinen meteorologisch 
öftsehrschwierigen Alpenstrecdken dem meteoro- 
logischen Warnungsdienst und der hiezu erforderlichen 
sicheren drahtlosen Wetter- und sonstigen Nachrichten- 
übermittlung an die im Fluge befindlichen Flugzeuge 
eine besondere Bedeutung zukommt. 
IV. 
Die Entwicklung des Luftverkehres in Österreich 
und der österreichischen Verkehrsluftfahrt zeigen die 
Kartenskizzen und die nachstehende Zusammen- 
stellung sowie die am Schlusse der Darstellung ent- 
haltene statistische Nachweisung. 
1922: 
Anzahl der (zwischen 2 Flugplätzen gelegenen) Flug- 
;trecken 2. Davon keine von einer österreichischen 
Internehmung und keine ganzjährig (auch im Winter 
anunterbrochen) betrieben. 
1923 und 1924: 
Anzahl der Flugstrecken (darunter eine Strecke mit 
Wasserflugzeugverbindung: Wien-Budapest) 3. Die Strecke 
Wien—-Budapest von drei Unternehmungen gleichzeitig 
betrieben. Von der Österreichischen Luftverkehrs A. G. 
"Ölag) betrieben zwei Strecken (Wien-München und 
Wien-Budapest). Keine ganzjährige Strecke. 
190925: 
Anzahl der Flugstrecken (darunter drei Strecken mit 
Wasserflugzeugverbindungen: Wien-Budapest, Wien- 
Linz und Linz-St. Wolfgang) I2. Die Strecke Wien- 
Budapest von drei Unternehmungen gleichzeitig betrieben. 
Von der Ölag betrieben 7 Strecken (Wien-München, 
Wien-Budapest, Wien-Linz, Linz-St. Wolfgang, Wien- 
Graz, Graz-Klagenfurt und Wien-Fürth). Eine ganz- 
jährige Strecke: Wien-Prag. 
1926: 
Anzahl der Flugstrecdken 13. Davon eine Strecke (Wien—- 
Zudapest) von drei Unternehmungen und zwei Strecken 
Wien-Graz und Graz-Klagenfurt) von je zwei Unterneh- 
nungen gleichzeitig betrieben. Von der Ölag betrieben 
; Strecken (Wien-Salzburg, Salzburg-Innsbruck, Wien- 
Sraz, Graz-Klagenfurt und Graz-Budapest). Fünf ganz- 
ährige Strecken: Wien-München, Wien-Graz, Graz 
Clagenfurt, Klagenfurt-Venedig und Wien-Krakau. 
19027: 
Anzahl der Flugstrecken 10. Davon zwei Strecken 
Wien-Budapest und Wien-Prag) von je drei und fünf 
i;trecken (Wien-Brünn, Graz-Budapest, Klagenfurt—- 
/enedig, Prag-Dresden und Dresden-Berlin) von je 
wei Unternehmungen gleichzeitig betrieben. Von der 
Ilag betrieben 11 Strecken (Wien-Salzburg, Salzburg- 
onsbruck, Innsbruck-Konstanz, Wien-Prag, Prag-Dres- 
len, Dresden-Berlin, Wien-Graz, Graz-Klagenfurt, 
Xlagenfurt—-Venedig, Salzburg-Klagenfurt und Graz- 
3udapest). Neun ganzjährige Strecken: Wien-München, 
Wien-Graz, Graz-Klagenfurt, Klagenfurt- Venedig, Wien-— 
<rakau, Wien-Brünn, Wien-Prag, Prag-Dresden und 
Dresden-Berlin. 
1928: 
Anzahl der Flugstredkken 23. Davon eine Strecke 
Wien-Prag) von vier Unternehmungen, drei Strecken 
Wien-Budapest, Prag-Dresden und Dresden-Berlin) 
‚on je drei Unternehmungen und fünf Strecken (Wien— 
3erlin, Wien-Brünn, Wien-München, Wien-Venedig 
and Graz-Budapest) von je zwei Unternehmungen 
zleichzeitig betrieben. Von der Ölag betrieben 14 
Strecken (Wien-Salzburg, Salzburg--Innsbruck, Innsbruck 
Konstanz, Konstanz-Zürich, Wien-Prag, Prag-Dresden, 
Dresden-Berlin, Wien-Berlin, Wien--Klagenfurt, Klagen- 
furt— Venedig, Wien-Venedig, Salzburg-Klagenfurt, 
Klagenfurt-Graz und Graz-Budapest). 
Überblickt man die vorstehende Darstellung der Ent- 
vicklung der Verkehrsluftfahrt in Österreich und der 
Zetätigung der österreichischen Luftfahrt im inneröster-
	        
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