Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

UNSERE STRASSEN IN DER NACHKRIEGSZEIT 
Von Ing. Wilhelm Mark}, Geschäftsführer des Verbandes der österreichischen Straßengesellschaften; Wien. 
Zu den in der Kriegs- und Nachkriegszeit am meisten 
und am unrationellsten beanspruchten Verkehrswegen 
gehören unbestritten unsere Straßen. Tatsächlich sind 
lie Straßen auch in dieser Zeit vollkommen verfallen 
und es hat Zeiten gegeben, wo der Verkehr auf be- 
stimmten Strecken buchstäblich unterbunden war. Dieser 
Verfall der Straßen hatte zwei Ursachen. In erster Linie 
den vollkommenen Geldmangel der Nachkriegszeit und 
lie dadurch bedingte mangelhafte oder überhaupt unter- 
assene Unterhaltung, in zweiter Linie den übermäßig 
ichweren mit vollkommen ungeeigneten Radbereifungen 
vor sich gehenden Kraftwagenverkehr. Immerhin war 
Jamals noch ein Faktor nicht hinzugetreten, der sich in- 
zwischen trotz aller schlechten Straßen und trotz der 
sonstigen Hemmnisse eingestellt hat: das geradezu 
grandiose Anwachsen des Kraftwagenverkehres, daß eine 
teilweise Abwanderung des Großverkehres von der 
Kisenbahn zur Straße nacı sich zog. Dieses Anwachsen 
des Kraftwagenverkehres fiel in eine Zeit, zu der glüc- 
icherweise wenigstens schon spärliche Mittel zum Wieder- 
aufbau der Straßen zur Verfügung standen und zu der 
wenigstens die ärgsten Ersatzbereifungen der Kriegszeit 
schon abgeschafft waren. 
Das Werk der Reorganisationder österreichischen Straßen, 
las vor etwa drei bis vier Jahren zaghaft eingesetzt hat, 
wurde noch durch einen speziellen österreichischen Umstand 
sehr erschwert: durch die überaus komplizierte Organisation 
der Straßenverwaltung. Wir besitzen in Oesterreich, abge- 
zehen von Privatstraßen, vor allem die durchgehenden 
Linien. der Bundesstraßen (3820 km) und überdies 
äine Unzahl von verschieden verwalteten autonomen 
Straßen. Sieht man wieder von den teilweise sehr 
zroßen Gemeindestraßennetzen ab (die Gemeinde 
Wien besitzt zum Beispiel ein Netz von mehr als 
\sphalt-Feinbetondecke Kranebittenallee bei Innsbruck, ausge- 
ührt von der Überland A. G. Wien I. mit Mexphalt der „Shell- 
loridsdorfer” Mineralölfabrik u. Vertriebs-Gesellschaft m. b. H. 
170 km Gemeindestraßen), so bleiben noch die in 
jedem Lande anders organisierten 
Landesstraßen übrig. So in Nieder- 
österreich 13.072 km Bezirksstraßen, 
die in drei verschiedene Ordnungen 
eingeteilt sind, in Oberösterreich 
rund 2000 km Landes-, Bezirks- 
und subventionierte Gemeinde- 
straßen, in Salzburg 405 km Lan- 
desstraßen, in Tirol 668 km und 
in Vorarlberg 210 km Konkurrenz- 
straßen, in Kärnten 608 km Landes- 
straßen, in Steiermark 3007 km 
teils Landes-, teils Bezirks-, teils 
Konkurrenzstraßen, im Burgenland 
1085 km Landes- und Bezirks- 
straßen. . 
Wie schon erwähnt, sind aber 
schon etwa seit 1024 Bestrebungen 
im Gange gewesen, die Straßen 
in großzügiger Weise wieder auf- 
zubauen. Diese Bestrebungen 
konnten zuerst nicht ordentlich Fuß 
“assen, weil das Verständnis der 
Deffentlichkeit für die Wichtigkeit 
Asphalt-Feinbetondecke bei Kufstein (Tirol) 
ausgeführt von der Österr. Straßenbau-Unternehmung Stuag & Comp. G. m. b, H., Wien, 
i., Krugerstraße 3, mit Mexphalt der „Shell-Floridsdorfer” Mineralölfabrik und Vertriebs- 
Gesellschaft m. b. H.. Wien IL. Schubertring 14
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.