Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

Automobilismus bezeichnet werden... Die so überaus 
freundschaftlichen Beziehungen, die den Klub in den 
Vorkriegsjahren mit den international anerkannten 
Klubs des Auslandes verbanden, wurden wieder an- 
gebahnt und zeitigten in nicht allzu langer Zeit das 
arfreulichhe Ergebnis, daß der große Strom der 
Automobilisten, dank der durch den Abschluß 
neuer Triptyqueverträge gebotenen Zollerleichterun- 
gen, sich wieder unserem Lande zuzuwenden 
begann. Der Klub, welcher nunmehr als Mitglied der 
Association Internationale des Automobile - Clubs 
Reconnus im Kontakt mit dem neu ins Leben ge- 
‚ufenen Bureau Central de Tourisme in Genf gebracht 
war, trachtete die Bestre- 
bungen zur Hebung des 
Automobilreisendenverkehrs 
durch die Aufstellung der in- 
iernationalen Warnungszei- 
chen, der Ausgabe von pe- 
riodischen Straßenberichten, 
von Automobilkarten und 
Hotellisten auf das wirk- 
jamste zu unterstützen. 
In diesem Zusammenhang 
sei auch auf das Wiederauf- 
leben der Alpenfahrten, 
des Semmering-Rennens 
sowie anderer automobilisti- 
scher Veranstaltungen  ver- 
wiesen, welche nicht nur un- 
zserer aufstrebenden Auto- 
mobilindustrie Gelegenheit 
voten, die erstklassige Quali- 
rät ihrer Erzeugnisse zu be- 
weisen, sondern auch in her- 
vorragendem Maße geeignet 
erschienen, auf die landschaft- 
lichen Schönheiten unseres 
Vaterlandes aufmerksam zu 
machen. 
Die Großzügigkeit, mit welcher seitens unserer Re- 
gierungan die Wiederherstellung des Straßen- 
netzes geschritten wurde, unterstützt durch die Ini- 
‚ative des neugeschaffenen Verbandes der Ööster- 
reichischen Straßengesellschaften, verfehlen nicht, den 
Fremdenverkehr auf das günstigste zu beeinflussen. Daß 
aber gerade durch das Heranziehen der internationa- 
len Automobilisten, die naturgemäß immer den best- 
gehaltenen und bestgeführten Straßen folgen, auch 
gutes, zahlungsfähiges und zahlungswilliges Fremden- 
publikum zu Nutz und Frommen für unsere aufstre- 
bende Fremdenindustrie ins Land gebracht wird, be- 
darf nicht erst eines umständlichen Beweises. 
Von der Erwägung ausgehend, daß der Oester- 
reichische Automobil-Club berufen sei, sich auch mit 
ler Lösung wirtschaftlicher Fragen zu befassen und 
ıllen am Automobilismus interessierten Kreisen Er- 
eichterungen zu bieten, nahm er die Interessenver- 
‚retung in seinen Wirkungskreis auf und schloß sich, 
zu seiner Stärkung, mit den Automobil-Klubs der 
Zundesländer in einem Kartell zusammen. Die in 
lessem Schoße geleistete Arbeit trägt in ihren 
Auswirkungen mit‘ dazu bei, der Förderung des 
zutomobilistischen Gedankens in Oesterreich ‚zu 
dienen. . 
Durch die Einbeziehung des dem Automobilismus 
so nahe verwandten Motorradwesens in .die 
Interessensphäre des Oesterreichischen Automobil- 
Club, der nunmehr als Mit- 
glied der Federation Inter- 
nationale des Clubs Moto- 
cyclistes, auch die interna- 
tionale Vertretung des öster- 
reichischen Motocyclismus 
'nne hat, wurde des auch in 
anserem Lande zur ungeahnt 
raschen Entwicklung gelang- 
ten Motorradwesens gebüh- 
"end Rechnung getragen. 
In die Zeit des Wieder- 
aufbaues fallen auch die 
Schaffung der Grundlagen zu 
einer neuen Verkehrsgesetz- 
gebung und die durch den 
stetig anwachsenden Auto- 
mobilverkehr bedingte Not- 
wendigkeit der Modernisie- 
rung der Verkehrsregelung 
in den Städten. 
Es ist ungemein erfreulich, 
daß das während des letzten 
Dezenniums in rastlosem 
Mühen angestrebte Ziel, dem 
heimischen Automobilismus 
reiche Ausbreitungsmöglich- 
keit zu bieten, in vollem Maße erreicht wurde. Nur 
ler treuen Mitarbeit aller Berufenen ist es zu danken, 
wenn es Schritt für Schritt gelungen ist, den öster- 
-eichischen Automobilismus auf das Niveau modernster 
Auffassung zu bringen und Vorbedingungen für dessen 
kraftvolle Weiterentwicklung zu schaffen, eine Tat- 
;sache, die dem Wirtschaftsleben Oesterreichs die 
jesten Früchte tragen wird. Aufgabe zukünftiger Be- 
strebungen wird es aber sein, nicht nur die erreichte 
Position zu halten, sondern darüber hinaus dem 
Automobilismus auch bei uns in Oesterreich jenes 
aß von Förderung und Unterstützung seitens der 
naßgebenden Stellen zu erringen, das notwendig ist, 
um ihm eine Entwicklung auf breitester Basis zu 
sichern. 
Dr. Friedrich (Baron) Haymerle 
Präsident des Oesterreichischen Automobil-Club in der 
ganzen Wiederaufbauzeit 
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