Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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sagt, die meisten Theoretiker der Geschichte nicht 
auf der Höhe des historischen Wissens ihrer eigenen 
Zeit standen. Aber das ist ja — gerade für jene Pio 
niere — Nebensache und jeder kann das korrigieren. 
Das Entscheidende ist das klar gesehene, kühn an 
gestrebte, großartige Ziel, das wie ein Wegweiser in 
die Welt ragt und nie seine Bedeutung verlieren 
kann. 
Das ist also ein Beispiel für jene erste Art der 
„Verwissenschaftlichung“ der Geschichte, für die 
Analyse des historischen Geschehens oder einer 
Seite oder eines Ausschnitts desselben mit Hilfe einer 
anderen Wissenschaft. Die völlige Freiheit von aller 
Metaphysik springt in die Augen. Hierher gehört 
auch Adelung, der es (1782) ausdrücklich ablehnte, das 
historische Geschehen aus metaphysischen Quellen 
abzuleiten oder es als unbeherrschbare Masse von 
einzigartigen Ereignissen („Zufällen“) aufzufassen 
und das Prinzip ausspricht, daß ein jeder historische 
Zustand aus dem vorhergehenden begriffen werden 
muß. Hierher gehört auch Herder, so befremdend 
das klingen mag. Zunächst ist er ein Beispiel für eine 
von der erwähnten psychologisierenden verschiede 
nen Richtung: Klima und andere „objektive“ Tat 
sachen treten bei ihm in den Vordergrund; Milieu 
und Tradition sind die Determinanten des historischen 
Geschehens. Nun, wenn das jemand anderer geschrie 
ben hätte, so wäre die philosophische Welt fassungs 
los gewesen vor Entsetzen über diesen Positivismus, 
diesen Materialismus usw. Denn daß er daneben auch 
noch eine metaphysische Betrachtung der Geschichte
	        
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