bewährt haben sich auch die im Anschluß an mehrere
Volks- und Bürgerschulen geschaffenen Haushaltungs-
kurse, in denen junge Mädchen fachlich und finan-
ziell zur Führung der Hauswirtschaft vorgebildet
werden. Auch für eine gründliche Durchbildung der
Handarbeitslehrerinnen und der Kindergärtnerinnen wurde
Sorge getragen. Wanderlehrerinnen besorgen in zahl-
‚reichen Wanderkursen den Unterricht in Kinderpflege
und Ernährungskunde und es hat sich auch diese Form
der öffentlichen Aufklärung allmählich eingebürgert.
Der Schulbesuch, auf den von allen Faktoren ge-
drungen wird, ist in sehr erfreulicher Weise gestiegen.
in das Gebiet der Jugendfürsorge fallen die verschiedenen
Finrichtungen der Schulzahnpflege und Beratungsstellen
sowie die Untersuchung der Kinder auf ihren Gesund-
heitszustand, die wesentlich dazu beitragen, ein gesundes
und aufnahmsfähiges Schülermaterial zu sichern.
Zum Schlusse noch einige Zahlen: Das Land Nieder-
österreich besitzt 1356 Volksschulen, denen 155 Haupt-
schulen (früher Bürgerschulen) angegliedert sind. Der
Zuwachs seit 1918 beträgt an allgemein öffentlichen
Volksschulen 10, an Bürgerschulen 36, an Hauptschulen,
die seit IL. August 1927 errichtet wurden, 12 und an
niederösterreichischen Landes-Kindergärten 20.
Fine ganz außerordentliche Entwicklung hat neben dem
landwirtschaftlichen das gewerbliche Fortbildungs-
schulwesen genommen, das durch die Schaffung des
Landes-Fortbildungsschulrates einen kräftigen Impuls er-
halten hat. Folgende Gegenüberstellung zeigt die rasche
Entwicklung des Fortbildungsschulwesens seit dem Jahre
1923. Die Klassenanzahl betrug im genannten Jahre 271,
heute 512, die Zahl der Lehrwerkstätten früher 2, jetzt
57, die Schülerzahl früher 6043, jetzt 11.702 und der
Schulbesuch ist von 55% auf 85% (bei Fachschulen
92%) gestiegen. Die fachliche Ausbildung in all diesen
Schulen wurde wesentlich verbreitert und vertieft.
Das niederösterreichische Landesmuseum.
Auch das niederösterreichische Landesmuseum, dessen
Gründung in das Jahr 1902 zurücreicht und das seinerzeit
.n der. Wallnerstraße, in dem sogenannten Geymüller-
Palais, untergebracht. war, wo es ein nur von Gelehrten
sckanntes Dasein fristete, erhielt durch das Interesse,
Niederösterr. Jugend-Wintersportheim Lackenhof am Ötscher
In der niederösterr. Jugendherherge im Schloß Illmau
Jas Landeshauptmann Dr. Buresch auch diesen Samm-
‘ungen entgegenbrachte, in den letzten Jahren ein neues
Teim und erfuhr eine wesentliche Ausgestaltung. Es be-
indet sich jetzt in der Herrengasse Nr. 9 in dem Clary-
schen Barockpalais, dessen anheimelnde Räume einen
schmucken Rahmen für die Musealgegenstände, nament-
‘ich für die kulturgeschichtlichen, bilden. Der Grundge-
Janke bei der Aufstellung dieses Museums war, . ein
“ehrmuseum zu schaffen, die Entwicklung und Ge-
schichte Niederösterreichs anschaulich darzustellen und
Jurch künstlerisch anmutige und fachmännisch durch-
lachte Anordnung den Beschauer zu fesseln und gleich-
zeitig belehrend zu wirken.
Wirtschaft und Statistik.
Das Gebiet des Landes Niederösterreich um-
aßt 10.208 km? mit einer Bevölkerung von rund
„500.000 Einwohnern und bildet somit annähernd
sowohl an Fläche als auch an Bevölkerungszahl den
zierten Teil der Republik. Nach der Art der Be-
‚häftigung ergeben sich folgende Zahlen: Ackerbau
53'14°%, Industrie und Gewerbe 30°25°%, Handel und
Verkehr 1109°%,, verschiedenen Berufe 5°52%%. Nieder-
5sterreich hat neben einem hochentwickelten Ackerbau,
der hauptsächlich durch die Stadt Wien als Absatz-
markt beeinflußt wird, eine Reihe bedeutender In-
dustrien, die Weltruf genießen und trotz den viel-
“ach bestehenden Zollschranken einen bedeutenden
Export nicht nur nach den Nachbarstaaten, sondern
auch nach überseeischen Ländern aufweisen.
Die Landwirtschaft gehört wohl zu den bestent-
wickelten der Bundesländer, denn obwohl das Gebiet
des Landes Niederösterreich nur zirka 23° % des Ge-
zamtgebietes der Republik darstellt, macht die dem
Ackerbau dienende Fläche von Niederösterreich 25%
des bebauten Bodens der Republik aus. Durch Me-
liorationen und Entwässerungen ist es so weit ge-
bracht worden, daß nur 7°% des gesamten Gebietes
des Landes nicht der landwirtschaftlichen Verwertung
zugeführt worden sind. Auch der Holzreichtum ist