jrivate Vereinigungen. Hieher gehören auch die Arbeiten
les Altmeisters der kärtnerischen Geschichtsforschung,
Dr. A. Jaksch, des Landesarchivdirektors Dr. Martin
Wutte, die bereits vom Geschichtsverein begonnene und
von der Kärntner Landsmannschaft mit großer Tatkraft
als Frinnerung an die Volksabstimmung zum „Heimat-
nuseum” ausgestaltete volkskundliche Abteilung des
Landesmuseums und vieles andere. Auch die Kunst nahm
im Anschluß an den Weltkrieg und den Kärntner Frei-
heitskampf einen erfreulichen Aufschwung. Heimische
Maler und Bildhauer entnahmen ihre Stoffe häufiger als
bisher der Heimat, wie die Ausstellungen des Kärntner
Kunstvereines, die 1928 veranstaltete Ausstellung „Kärnten
im Bilde”, und zahlreiche neu errichtete Denkmäler be-
weisen. Die Namen der heimischen Dichter Josef Fried-
ich Perkonig, des Musikdirektors Karl FrodI1 sind
bereits weit über die Grenzen Kärntens hinausgedrungen.
Das Volksbildungswesen fand rege Förderung durch
das neu gegründete amtliche Volksbildungsreferat; hier
'st auch die Gründung zahlreicher Volksbüchereien, Ver-
anstaltung von Kursen und Abhaltung von Vorträgen
seitens des Naturhistorischen Museumsvereines, des Ge-
schichtsvereines, der Arbeiterkammer, des Ingenieur-
vereines, der Uraniavereine, der Leogesellschaft und
anderer Vereine zu verzeichnen.
In wirtschaftlicher Hinsicht verdient namentlich der Auf-
schwung des Fremdenverkehres Frwähnung. Zu
dessen Förderung wurde das Landesgesetz vom 5. März
[926 erlassen, auf Grund dessen bei der Landesregierung
eine eigene Landeskommission für Fremdenverkehr und
in einer größeren Zahl von Orten Fremdenverkehrs-,
bzw. Kurkommissionen gebildet wurden. Veberall, wo
Aussicht auf Zuzug von F remden besteht, hat eine leb-
hnafte Bautätigkeit eingesetzt, namentlich in Klagen-
furt, am Wörther-, Millstätter-, ‚Ossiacher- und Faakersee
und an anderen Orten. Der Schiffsverkehr auf den
Seen, besonders auf dem Wörthersee, erfuhr durch die Ein-
stellung neuer Motorschiffe eine starke Steigerung. Die
[927 gebaute Kanzelbahn, die erste Personen-Seil-
schwebehahn in Kärnten, ‘hat die Görlitzen, einen der
schönsten Aussichtsberge des Landes, erschlossen. Die
Errichtung von zahlreichen Autobuslinien durch die
Dast und private Unternehmungen hat den Verkehr
Volkskundgebung für die Einheit Kärntens am 12. September 1920
bei dem historischen „Herzogstuhl” auf dem Zollfeld bei Klagen-
furt
Volksheilstätte für Tuberkulose in Laas, Oberkärnten,
000 m Seehöhe
ebhaft gesteigert und auch die bisher entlegenen
„andesteile dem Verkehr erschlossen. Die Straßen
ind, dank der sorgsamen Pflege, fast durchwegs wieder
zut. 1928 wurden Teile der Bundesstraße zwischen
<lagenfurt und Pörtschach neu angelegt. Die Ausge-
;taltung des Flugwesens brachte die Flugverbindung
<lagenfurts mit Graz, Wien, Venedig und Salzburg mit
ich. Dank allen diesen Maßnahmen hat sich der Fremden-
‚erkehr bedeutend gehoben. Bund, Land und Gemeinden
ı1aben sowohl zur Unterbringung von Aemtern, als auch
‚ur Linderung der Wohnungsnot zahlreiche Neubauten
srrichtet; auch die genossenschaftliche und private Bau-
ätigkeit belebt sich von Jahr zu Jahr mehr.
Die Landwirtschaft, der sich 60° der Berufstätigen
vidmen (1923), wird vor allem durch Ausgestaltung der
andwirtschaftllichen Schulen und Haushaltungskurse sowie
les landwirtschaftlichen Fortbildungswesens und durch
Veranstaltung von zahlreichen Kursen gehoben, womit
‚uch wesentliche bauliche Erweiterungen der bestehenden
ichulgebäude verbunden sind. Zur Förderung von Ent-
vässerungs- und Bewässerungsanlagen dient der durch
las Landesgesetz vom 5. Juni 1024 geschaffene Meliorations-
onds, dem ein Teil der Landesgrundsteuer zufließt. Seit
3Zestand der Republik konnten durch Entsumpfung und
Kultivierung von Gründen am Ostufer des Wörthersees,
ım Westende des Ossiachersees usw. mindestens 1500 ha
Kulturland gewonnen werden. Die Glan wurde von der
Hörzendorferbrücke ober St. Veit bis über Glanegg hinaus
‚eguliert und dadurch die Vorflut für die künftige Ent-
wässerung geschaffen. Das große Werk der Gailregu-
lierung steht vor dem Abschlusse. Ferner wurde eine
sroße Anzahl von Wasserleitungen gebaut. Durch das
Landesgesetz vom 5. Juni 1024 über die Körung. und
Haltung von männlichen Haustieren zur Zucht soll die
Viehzucht, und durch das Landesgesetz vom 24. März
1923 zum Schutze der Almen die Almwirtschaft ge-
fördert werden. In jüngster Zeit wurden auch zur För-
derung des Molkereiwesens Kredite aus Bundesmitteln
gewährt. Zur Hebung der Viehzucht wurden außerdem
50 Viehzuchtgenossenschaften errichtet, die ihre. Auf-
merksamkeit hauptsächlich der Leistungszucht zuwenden.
Der Fortschritt der Industrie zeigt sich insbesondere
im Ausbau der Wasserkräfte. 1920 waren von den
vorhandenen 250.000 PS ausnützbarer Wasserkräfte