22 Die wirtschaftliche Entwicklung der Industrie im Osten.
Kann nicht verkannt werden, daß das Erwerbsinteresse
der Großbanken im östlichen Geschäft in keiner weise
einen besonderen Anreiz findet gegenüber den normalen Ge
schäften im Westen und im Auslande. Jedenfalls kann man
nicht behaupten, daß das Geschäft im Osten irgend welche größere
Chancen böte, als das übrige Geschäft der Großbanken. Ent
sprechend der historischen Entwickelung ist in der Hauptsache
die preußische Staatsbank, die königliche Seehandlung und die
von ihr speziell für die Bedürfnisse des Ostens aufgenommene
und ausgestaltete Gstbank für Handel und Gewerbe für die
Bedürfnisse eingetreten, die mit der Durchführung des Gedankens,
eine Industrialisierung des Ostens zu versuchen, an die Bank
welt herantraten. Es ist hier nicht der Grt, über die Betei
ligung der Seehandlung, die teilweise und zwar in ent
scheidenden Fällen gerade ohne die Vorschiebung der Ostbank
erfolgt ist, im einzelnen zu handeln, da die Verhältnisse der
nordischen Elektrizitäts- und Stahlwerke heute noch nicht voll
ständig abgewickelt sind. Man kann hier nur feststellen, daß
mit dem ausgesprochenen Zweck, im Osten Industrie aus dem
Boden zu stampfen, eine Reihe von Millionen seitens der See
handlung dort investiert worden sind, deren Verwendung voll
kommen resultatlos gewesen ist. Ls kann weiter nicht verkannt
werden, daß gerade das Eingreifen der Seehandlung als llredit-
geberin in diesen Fällen verschiedentlich die lokalen Banken zu
Beteiligungen veranlaßt hat, gegen die diese lokalen Instanzen
selbst die allerschwersten Bedenken hatten und verschiedentlich
offen zum Ausdruck gebracht haben. Es kann weiter leider
nicht verkannt werden, daß auf diesem Wege eine nicht unbe
denkliche Scheu der lokalen Kreditgeber gegenüber weiteren
Industrialisierungsversuchen sich gezeigt hat, der ein unbefangener
Beurteiler guten Grund nicht absprechen kann.