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Man wird als Marxist nichts Bedeutendes leisten, wenn man
nicht historisch ebenso beschlagen ist wie ökonomisch. Man wird
um so mehr leisten, je mehr man sich mit der Methodik natur-
wissenschastlichen Denkens bekannt gemacht und je mehr man
imstande ist, die Grenzgebiete zwischen Gesellschaftswissen- |
schast und Naturwissenschaft zu überschauen. Marx und
Engels waren aus allen diesen Gebieten Meister.
Auch unser Eckstein war hier zu Hause wie wenige. Und so wie
unsere großen Lehrer fühlte er stets das Bedürfnis, die Ergebnisse |
seines Forschens nicht nur der gelehrten Welt in dicken Bänden zu
zuflüstern, sondern sie dem Proletariat zugänglich zu machen, an dem j
er mit der größten Liebe hing, dem sein ganzes Sinnen und Trachten
galt und mit dem er, namentlich in den letzten Jahren vor dem Kriege |
als Lehrer an der Parteischule in Berlin und durch sonstige aufklärende ;
Veranstaltungen in stetem persönlichen Kontakt stand.
Die vorliegende Arbeit gehört denn auch zu unseren besten j
populären Schriften, die in die Marxsche Oekonomie einführen wollen.
Zunächst für die Arbeiterjugend geschrieben, wird sie auch dem gereiften j
Leser des Volkes, und nicht bloß Handarbeiter, eine Bereicherung und *
Klärung seines ökonomischen Wissens und Denkens bringen.
Hätte Eckstein sie heute herausgegeben, dann wäre sie wohl erheb
lich erweitert worden. Denn der Krieg hat so abnorme Verhältnisse
geschaffen, daß die ökonomischen Gesetze schwer zu erkennen sind. So
geht zrmr Beispiel Eckstein von der Voraussetzung der freien Konkurrenz '
aus und untersucht bei den Wirtschaftskrisen nur die Tendenz zur
Ileberproduktion. Heute ist die freie Konkurrenz in weitestem Maße
ausgeschaltet, die Produzenten sind zu Monopolisten geworden. Und die
stlnterproduktion ist das Leiden, das uns am meisten gefährdet und
quält. Aber die ökonomischen Gesetze sind darum nicht aufgehoben, sie
wirken weiter und die Abnormitäten kann man erst dann völlig ;
begreifen? wenn man den normalen Zustand verstehen gelernt hat.
Die heutige wirtschaftliche Lage zeichnet sich aber auch »dadurch
vor der normalen aus, daß Fragen, die meist nur den Kapitalisten j
kümmern, nun auch für den Arbeiter von äußerster Wichtigkeit ge
worden sind.
Das zeigt sich auch zum Beispiel in dem verschiedenen Interesse, j
das die beiden Bände des Marxschen „Kapital" erwecken. Der exste I
Band behandelt den Produktionsprozeß. Er spielt in der Fabrik, legt ;
jene Vorgänge dar, denen der Klassengegensatz zwischen der Lohnarbeit !
und^dem Kapital entspringt. Diesen Band des „Kapital" hat man vor ;
allem im Auge, wenn man von dem Marxschen Werke spricht. Auch die
Schrift Ecksteins popularisiert überwiegend in ihren ökonomischen Aus
führungen diesen Pand, zieht nur nebenbei noch den zweiten und
dritten heran.
Der zweite Band hatte in der Tat bis zum Kriege für die Arbeiter
geringeres Interesse. Er behandelt den Zirkulationsprozeß des Kapitals,
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