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im gleichen Tempo muß er schaffen, denn auch seine Nachmänner sind
ebenso an das Band gebunden, ebenso auf seine gleichmäßige Vor⸗
arbeit angewiesen, wie er mit seinen Vormaͤnnern. Das Band ist der
Herr. Und wenn auf Beschluß der Fabrikleitung durch einen Hebel⸗
griff das Tempo des Bandes um, sagen wir, zehn Prozent beschleunigt
wird, so haben die Hunderte, Tausende, Zehntausende von Haänden in
dem Betriebe sich eben um zehn Prozent schneller zu rühren. Denn wie
die Ruderer an die Galeere, so sind sie an die Apparatur des Bandes
geschmiedet. Das ist — wenn das Wort beliebt wird — die Idee des
Conveyors... Die Entsinnung kann bis zur Vollständigkeit gehen:
wenn die Arbeiter und Arbeiterinnen in Reihen eng nebeneinander⸗
gepreßt, auf Stühlen, die sie niemals verlassen dürfen, an dem Bande
sitzen, mit Teilarbeiten beschäftigt, deren Zweck ihnen gänzlich ver⸗
borgen ist, weil sie niemals sehen, was vorher geschah und was nachher
daraus wird.“
II. Rationalisterung und Ethik
Das gleiche Urteil über die Arbeitsentsinnung als Folge der Fließ⸗
arbeit faͤllt der Betriebsingenieur Eduard Michel in einer Arbeit:
„Arbeitsvorbereitung als Mittel zur Beschleunigung der Produktion“,
1924, S. 149ff., wenn er schreibt: Dem Wandertisch liegt ein mehr
einseitig wirtschaftliches als ein soziales Moment zugrunde. Er bietet
der Arbeitsperson wenig Freiheit, die Leistung individnell zu entfalten.
Ihre Arbeitsgeschwindigkeit ist unmittelbar abhaͤngig von der Ge⸗
schwindigkeit des Tisches, der gleichsam als Schrittmacher wirkt. Vom
rein technisch⸗wirtschaftlichen Standpunkt aus ist er ein vorzügliches
Mittel, um von der Initiative der Arbeitsperson soweit wie möglich
unabhangig zu werden... Das mechanische Prinzip, das der Wander⸗
tisch verkörpert, kann als letzte Entwicklung der Arbeitsteilung ange—
sehen werden: Die Ausschaltung des persönlichen Elements wird hier
mit aͤußerster Konsequenz durchgeführt, so daß der Faktor Mensch nur
noch als integrierender Bestandteil des Mechanismus vorhanden ist.“
Im Gegensatz zu diesen Stimmen meint Professor Friedrich von
Gottl⸗Ottlilienfeld freilich in seiner erwäͤhnten Schrift „Fordimus“