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sondern in hohem Maße vergeistigte Arbeit; nur daß die dafür nötigen
psychischen Operationen an den Beginn der Verrichtung verlegt sind.“
Die Feststellungen dieser Gelehrten sind nun freilich von Grund auf
revistonsbedürftig geworden im selben Augenblick, in welchem das
Monotonieproblem der Fließarbeit als Folge der technisch⸗organisa⸗
torischen Rationalisierung in die Erscheinung trat. Denn nunmehr
wurde gerade dasjenige Moment ausgeschaltet, das der Monotoni⸗
sierung der Arbeit mitunter noch ihre psychischen und rhythmischen
Reize gegeben hatte: die Selbstbestimmung der Arbeitsbewegungen
durch den Arbeiter selbst. War vordem das Tempo der maschinisierten
Arbeitsbewegung in einer ganzen Anzahl von Fällen noch dem Eigen⸗
rhythmus des Arbeiters anzupassen, lagen im einfoörmigen Rhythmus
der Maschine sonach immerhin noch Möglichkeiten zur Arbeitslust,
so schwanden diese Moͤglichkeiten, soweit sie dem Arbeitsrhythmus zu
verdanken waren, mit der Einführung der Fließarbeit immer mehr.
Artur Feiler, der Handelsredakteur der „Frankfurter Zeitung“,
hat die „Entsinnung“ der Arbeit, die hierdurch eingetreten ist, in
seinem Buche: „Amerika —Europa“), anschaulich geschildert: „Der
Umschlag im Charakter des Conveyors aus einem einfachen Trans⸗
portmittel zum tyrannischen Gebieter der an ihm taͤtigen Menschen
liegt darin, daß die Arbeit, weil sie an dem laufenden Bande vor sich
geht, sich nun auch ihr Tempo von dem Tempo des Bandes diktieren
zu lassen hat. Das Tempo, in dem das Band sich dreht, bestimmt un⸗
widersprechbar auch das Tempo, in dem die Menschen sich zu rühren
haben. Wenn das Band an einer bestimmten Stelle beispielsweise
einem Arbeiter in einer Stunde 60 Arbeitsstücke zuführt — oder
richtiger: an ihm vorüberführt, denn es nimmt sie in kontinuierlicher
Bewegung auch von ihm fort, genau so, wie sie es zu ihm hinbringt —,
—
jedem dieser Stücke eine Minute verwenden darf; langsamer darf
er nicht arbeiten, denn sonst stauen sich bei ihm die Stücke, und immer
) Verlag der Frankfurter Sozietaͤtsdruckerei, S. 168, Frankfurt 1926.
B. Betrachtungen