Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

PROPAGANDAMÖGLICHKEITEN 
63. PROPAGANDAMÖGLICHKEITEN 
Der Unterbringung von geschäftlichen Anzeigen auf Speise- 
karten, Menukarten und Weinkarten rede ich nicht das Wort. 
Es macht auf die Gäste keinen günstigen Eindruck. Vor dem 
Kriege fand man die mit Anzeigen bedeckte Speisenkarte fast 
nur in bürgerlichen Lokalen mit Massenbetrieb. Dort kam es 
nicht so genau darauf an und die Gäste waren nicht empfind- 
lich. Wenn sie nur recht große Portionen für recht kleine Preise 
erhielten, dann drückten sie über etwaige Schönheitsfehler oder 
Mängel ein Auge zu. War das Bier gar noch süffig und wurde 
beim Einschenken nicht gespritzt, dann würde man sogar die 
schrecklichste aller Reklameentgleisungen, die mit Anzeigen 
bedruckten Papiermundtücher, in den Kauf genommen haben. 
Zumal man diesen Kauf nicht bezahlen mußte. 
Lokale von Rang und Ruf, insbesondere aber die guten 
Hotels, haben sich von der mit Anzeigen bedeckten Karte 
immer ferngehalten. Sie taten recht daran. So sollte es auch 
bleiben. 
Einen Weg will ich den Hotels aber doch zeigen, wie sie die 
Speisenkarte, die Menukarte, die Weinkarte in den Dienst der 
Reklame stellen könnten. Und zwar einer durchaus vornehmen 
Reklame, von der sie selbst Nutzen ziehen sollen. 
In den Abschnitten, worin ich mich mit dem Briefpapier, den 
Briefumschlägen, sowie den persönlichen Beziehungen be- 
schäftige, weise ich auf die freundschaftlichen Verbindungen 
der Hotels untereinander, auf den Austausch der Gäste hin. In 
den Dienst dieser freundschaftlichen Beziehungen könnten sehr 
wohl auch die Speisen-, Menu- und Weinkarten gestellt 
werden. 
Ähnlich wie auf dem Briefbogen, sollte man auf den im Re- 
staurant aufliegenden Karten in dezenter Form Hinweise auf 
die befreundeten Häuser bringen, Etwa so:
	        
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